450 Millionen «in Abwesenheit des Patienten»

infosantésuisse-Artikel


01.02.2017

450 Millionen «in Abwesenheit des Patienten»

Im 2016 wurden über die TARMED-Position 00.00140 «Leistungen in Abwesenheit des Patienten» 450 Millionen Franken abgerechnet, Tendenz steigend. Die Forderung von santésuisse: Nicht überprüfbare Leistungen sollten künftig in Pauschalen inbegriffen sein.

2016 kostete die TARMED-Position 00.00140 «Leistungen in Abwesenheit des Patienten» jeden einzelnen Versicherten mehr als 50 Franken. Insgesamt belief sich diese Tarifposition zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) auf 450 Millionen Franken. Heute nehmen die «Leistungen in Abwesenheit des Patienten» auf der Hitliste der abgerechneten ambulanten Leistungen einen Spitzenplatz ein. Die grösste Steigerung punkto «Leistungen in Abwesenheit» verzeichnet der spitalambulante Bereich. Insgesamt rechneten die Spitäler im 2016 unter 00.00140 rund 147 Millionen Franken ab.

Es geht auch anders

Diese Entwicklung ist aus medizinischer Sicht kaum erklärbar. Kommt hinzu, dass die Patienten keine Möglichkeit haben, die verrechnete Leistung zu überprüfen – sie erfolgt, logischerweise, in deren Abwesenheit. Auch die Krankenversicherer können nicht nachvollziehen, was in dieser Zeitspanne in fünf-Minuten-Schritten tatsächlich gemacht wurde. Entsprechend führt die Tarifposition zu Fehlanreizen und Intransparenz. Und zwar ohne Notwendigkeit, denn für administrativen Aufwand, Korrespondenz sowie Aktenstudium existieren im heutigen TARMED eine Reihe von Positionen, über die sich diese Aufwendungen korrekt und für Patienten und Versicherer transparent abrechnen lassen – ohne 00.00140 zu bemühen. santésuisse setzt sich denn auch dafür ein, dass in der anstehenden TARMED-Revision nicht überprüfbare Positionen in Pauschalen inbegriffen sind. Affaire à suivre. (SKO)

Leistungen in Abwesenheit des Patienten

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