Branchenleader setzen auf Provisionsbegrenzung

infosantésuisse-Artikel


09.04.2018

Vermittlerprovisionen

Branchenleader setzen auf Provisionsbegrenzung

Ab 2019 sollen die Vermittlerprovisionen in der Grund- wie in der Zusatzversicherung begrenzt werden. Auf dieses Vorgehen einigten sich die sieben grössten Schweizer Krankenversicherer und wollen damit unverhältnismässig hohen Beraterprovisionen den Riegel schieben.

Die Meldung, wonach eine Krankenversicherung ihren Vermittlern Provisionen von 250 Franken – und in Kombination mit einer Zusatzversicherung bis zu 1500 Franken – für den Abschluss einer obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) entrichtet, hat in der Bevölkerung eine Welle der Entrüstung ausgelöst.
In der Folge verlangt eine parlamentarische Motion, eingereicht von Ständerätin Pascale Bruderer Wyss (17.3964), den Bundesrat mit der Kompetenz ausstatten, Vorschriften über die Entschädigung der Vermittlertätigkeit in der Grundversicherung zu verordnen. Das Geschäft wurde Mitte Januar 2018 in der vorberatenden Ständeratskommission (SGK-SR) diskutiert.
Nach Anhörung der beiden Dachverbände santésuisse und curafutura nahm die Kommission zur Kenntnis, dass sich die sieben grössten Versicherer – diese repräsentieren rund 75 Prozent aller Prämienzahler – darauf geeinigt haben, ihre bestehenden Branchenvereinbarungen betreffend die Kundenwerbung bis zum Sommer 2018 zu überarbeiten sowie für die Grund- und die Zusatzversicherung eine Provisionsbeschränkung einzuführen. Inkrafttreten soll die Vereinbarung für im 2019 getätigte Vertragsabschlüsse.
Die SGK-SR begrüsst das gemeinsame Vorgehen der Krankenversicherer und das damit einhergehende Bekenntnis zur Selbstregulierung. Gleichzeitig beauftragt die Kommission die Aufsichtsbehörde mit der Abklärung, wie vorzugehen wäre, wenn die neue Branchenvereinbarung allgemein verbindlich erklärt werden sollte und welche Sanktionen bei Zuwiderhandeln möglich wären. Das Geschäft wird voraussichtlich Mitte 2018 in der Kommission erneut traktandiert. (SST)

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