«Die Änderung motiviert zum Weitermachen»

infosantésuisse-Artikel


01.02.2017

Fachausweis Krankenversicherungsfachfrau-/mann

«Die Änderung motiviert zum Weitermachen»

Fachausweis Krankenversicherungsfachfrau-/mann Dank geänderter Prüfungsordnung können santésuisse Kaufleute mit Fähigkeitszeugnis ihren nächsten Karriereschritt mit deutlich weniger Wartezeit in Angriff nehmen. Um zur nächsten Stufe in der Höheren Berufsbildung, der Fachausweisprüfung, zugelassen zu werden, sind statt vier neu nur noch zweieinhalb Jahre Berufserfahrung nötig. Einer, der diese Chance nutzt, ist Martin Schöni, verantwortlich für die Versichertenkarten und Abfragedienste bei der SASIS AG. Von ihm wollten wir mehr über seine beruflichen Ambitionen wissen.

Martin Schöni, Sie bereiten sich derzeit berufsbegleitend auf die Prüfung «Fachausweis Krankenversicherungsfachmann» vor. Wie kommen Sie mit der Doppelbelastung zurecht?

Ich nehme die Belastung ähnlich wahr wie damals während meiner Lehrzeit. Ich bin es mittlerweile gewohnt, zu arbeiten und nebenbei die Schulbank zu drücken. Und die kurze Pause zwischen der Lehre und der Weiterbildung ist optimal. So bleibt man am Ball und findet schnell wieder den Tritt in eine Ausbildung – was mir nach einem längeren Unterbruch wahrscheinlich wesentlich schwerer gefallen wäre. Deshalb bin ich froh, dass die Zulassungsbedingungen zum Fachausweis gelockert worden sind. Die Änderung hat mich zum Weitermachen motiviert. Und ich weiss, dass es anderen jungen Leuten in meiner Situation gleich geht.

Sie haben im 2015 die kaufmännische Grundausbildung santésuisse abgeschlossen. Was ist Ihre Motivation, so kurz nach der Lehrabschlussprüfung eine Weiterbildung in Angriff zu nehmen?

Sich im Fachgebiet weiterbilden, den Horizont erweitern, das ist in der Berufswelt von heute ein Muss. Sonst hat man den Anschluss denke ich schnell verpasst. Das waren meine Beweggründe,
den nächsten Ausbildungsschritt anzugehen. Ausserdem: Ich lerne gerne Neues und schätze den Kontakt und die Gespräche mit meinen Mitschülerinnen und Mitschülern. Wir haben spannende, manchmal kontroverse Diskussionen, und ich bekomme Einblick in die Arbeitsweisen der verschiedenen Krankenversicherer.

Martin Schöni

In der kaufmännischen Grundausbildung haben Sie sich drei Jahre lang intensiv mit dem Thema Krankenversicherung und den entsprechenden gesetzlichen Grundlagen auseinandergesetzt. Welchen fachlichen Mehrwert bringt Ihnen die jetzige Weiterbildung?

Die santésuisse Grundausbildung ist tatsächlich umfassend. Aber wie der Name sagt, es ist eine Grundausbildung; eine solide Basis für den nächsten Schritt. Beim Fachausweis geht es darum, die Zusammenhänge im Sozialversicherungssystem zu verstehen und zu beurteilen, Versicherungsprozesse korrekt abzuwickeln und Leistungen mit beteiligten Versicherern und Behörden zu koordinieren. Wir werden zu Spezialisten ausgebildet und lernen, komplexe Fälle zu bearbeiten, die von den Aussenstellen weitergeleitet werden.

Wie gross ist die Gefahr, dass Sie sich mit dem Ausbildungs-Fokus auf die Krankenversicherung in eine berufliche Sackgasse hinein manövrieren? Anders gefragt, hätten Sie mit einer Weiterbildung, beispielsweise als Sozialversicherungsfachmann, allenfalls bessere Karrieremöglichkeiten?

Ein Fachausweis ist nie eine Sackgasse, egal in welchem Fachgebiet. Und in der Krankenversicherung schon gar nicht. Sich mit den aktuellen Fragestellungen unseres Gesundheitssystems zu befassen, ist spannend und herausfordernd. Ausserdem sind alle weiteren Sozialversicherungen im Lehrgang zum Fachausweis Krankenversicherung bereits fundiert abgedeckt.

Wo sehen Sie sich beruflich in zehn Jahren?

Eine schwierige Frage. Aber eine, die mich derzeit nicht beschäftigt. Ich fühle mich in meinem Job bei der SASIS AG sehr wohl und sehe hier aktuell meine Zukunft. Ich kann meine Fähigkeiten einsetzen und bei Projekten mithelfen, die in dieser Form einmalig sind. Ausserdem schätze ich die Unternehmenskultur und bin Teil eines tollen Teams, das sich gut ergänzt. Ich gehöre also zu denen, die gerne zur Arbeit gehen, was heutzutage nicht selbstverständlich ist. (SST)

Susanne Steffen

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Weiterführende Informationen

Der Weg zum eidgenössischen Fachausweis Krankenversicherungsfachfrau-/mann

Die Ausbildung ist berufsbegleitend, dauert eineinhalb Jahre – aufgeteilt in 22 Seminartage – und kann in Zürich, Bern oder Lausanne absolviert werden. Sie richtet sich an Fachleute, die eine berufliche Karriere in der Kranken- oder Sozialversicherung anstreben. Kursbeginn ist im September, die Prüfungen finden jeweils im Mai statt. Der Unterrichtsstoff ist thematisch in fünf in sich abgeschlossene Module aufgeteilt. Zur Prüfung zugelassen werden Kaufleute santésuisse mit Fähigkeitszeugnis (EFZ) mit zweieinhalb Jahren Berufserfahrung. Mit EFZ anderer Branchen sind dreieinhalb Jahre Berufserfahrung Voraussetzung, wovon zwei Jahre in der Krankenversicherung nach KVG.

Ausführliche Informationen zum Lehrgang und zur Berufsprüfung sind abrufbar unter: www.santesuisse.ch > Bildung > Lehrgang zur Berufsprüfung