Die Ampeln stehen auf Grün

infosantésuisse-Artikel


01.06.2017

Elektronisches Patientendossier

Die Ampeln stehen auf Grün

Jetzt sind sie unter Dach und Fach, die rechtlichen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen zur Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD). Nachdem der Bundesrat im März die entsprechenden Verordnungen verabschiedet hat, ist das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier zusammen mit den entsprechenden Umsetzungsbestimmungen Mitte April 2017 in Kraft getreten. In der Pflicht stehen vorerst die Spitäler: Diese müssen das EPD innerhalb von drei Jahren einführen. Für Pflegeheime und Geburtshäuser gilt eine Einführungsfrist von fünf Jahren. Freiwillig hingegen ist das Führen von ePatientendossiers für ambulante Leistungserbringer, also Ärzte, Apotheker, Hebammen oder Chiropraktoren. Keinen Einblick in diese Patientendaten haben die Krankenversicherer.

Mehr Patientensicherheit und Effizienz

Die ersten Patientinnen und Patienten sollen in der zweiten Hälfte 2018 ihr elektronisches Dossier eröffnen können und so den berechtigten Gesundheitsfachpersonen den sicheren und geschützten Abruf ihrer behandlungsrelevanten Daten ermöglichen, unabhängig von Ort und Zeit. Röntgenbilder, Pflege- und Spitalaustrittsberichte, Medikation oder Impfdaten sind in der Folge jederzeit abrufbar. Entsprechend hoch sind denn auch die Erwartungen an die elektronisch verfügbaren Gesundheitsdaten: Bessere Behandlungsqualität, optimierte Behandlungsprozesse, erhöhte Patientensicherheit – und in der Folge ein Gesundheitssystem, das wesentlich an Kosteneffizienz gewinnt. Dabei haben Datenschutz und Datensicherheit höchste Priorität. Das Gesetz sieht vor, dass allein die Patientin oder der Patient entscheidet, ob ein elektronisches Dossier erstellt werden darf. Und es ist der Patient, der bestimmt, wer Zugriff auf seine persönlichen Daten hat. Das kann der Hausarzt sein, die Physiotherapeutin oder eine Vertrauensperson. Jeder Zugriff auf das virtuelle Dossier wird zudem automatisch protokolliert und kann zurückverfolgt werden.

Die Versichertenkarte als Identifikationsmittel

Die technischen Anforderungen an das elektronische Patientendossier sind komplex, die Sicherheitsstandards sehr hoch. Unter anderem schreibt das Gesetz eine strenge Überprüfung der persönlichen Identitäten vor, sowohl für die registrierten Gesundheitsfachpersonen wie auch für die Patientinnen und Patienten, die ein elektronisches Dossier eröffnen. Verlangt wird eine sogenannte «starke Authentisierung», das heisst, neben Benutzername und Passwort braucht es weitere Faktoren, um den Benutzer zu identifizieren. Bei der SASIS AG begrüsst man den Entscheid des Gesetzgebers, wonach die Versichertenkarte als zusätzliches Identifikationsmittel vorgesehen ist. Der innovative Datenlogistiker für das Gesundheitswesen – er stellt heute schon das reibungslose Management von über 11 Millionen Versichertenkarten sicher – sieht sich denn auch prä- destiniert, für das EPD die Rolle des «Identity Providers» zu übernehmen,um jederzeit eine sichere Authentisierung respektive Identitätsüberprüfung der Anwender sicherzustellen. Derzeit laufen die ersten Gespräche mit künftigen Betreibern für das EPD zur Integration der Versichertenkarte als Identifikationsmittelsowie die Nutzung des «Identity Provider»-Services. (SST)

Susanne Steffen

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