Communiqué


15.09.2016

Ungebrochenes Kostenwachstum bei den ambulanten Behandlungen

2015 stiegen die Kosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) pro versicherte Person um 3,9 Prozent. Das grösste Kostenwachstum verzeichneten 2015 die ambulanten Arztkosten mit +5,7 Prozent. Auch im ersten Halbjahr 2016 stiegen die gesamten Gesundheitskosten pro versicherte Person im Vergleich zur Vorjahresperiode um +4,3 Prozent an. santésuisse fordert griffige Gegenmassnahmen um den Kostenanstieg zu bremsen.

Die Gesundheitskosten steigen ungebrochen weiter. Laut den aktuellsten von santésuisse ausgewerteten Daten zur Kostenentwicklung 2015 und 2016 wird sich ohne Gegenmassnahmen der Aufwärtstrend bei den Gesundheitskosten fortsetzen.

Kosten für Arztbesuche steigen, gebremstes Wachstum Spital stationär

Die grösste Kostenzunahme war 2015 mit +5,7 Prozent pro versicherte Person bei den Ärzten mit eigener Praxis zu verzeichnen. Die von den Spitälern erbrachten ambulanten Behandlungen stiegen um 3,2 Prozent pro versicherte Person. Die Kosten im ambulanten Bereich werden vollumfänglich von den Prämienzahlern getragen. Die von den Kantonen mitfinanzierten Kosten im spitalstationären Bereich stiegen 2015 um nur 1,9 Prozent pro Person. Bis am 1. Januar 2017 muss der Anteil der Kantone an den Kosten für stationäre Behandlungen in den Spitälern  mindestens 55 Prozent erreichen. Im Hinblick auf diese Zielgrösse haben 2015 mehrere Kantone ihren Vergütungsanteil erhöht, was den Anstieg der von den Prämienzahlern zu tragenden stationären Spitalkosten um rund 1,2 Prozentpunkte dämpfte.

Deutlicher Kostenanstieg bei den Medikamenten und Apotheken

Nachdem der Kostenanstieg bei den Medikamenten vorübergehend gestoppt schien, steigen die Medikamentenkosten wieder stärker an. Im 12-Monats-Jahresvergleich ist ein beschleunigtes Wachstum erkennbar. Nach einem Anstieg von nur 1,8 Prozent im Jahr 2014 beträgt die Zunahme 2016 der gesamten Medikamentenkosten bereits wieder 5,3 Prozent. Die Kosten der Apotheken haben sich 2015 gegenüber 2014 um 5,1 Prozent pro versicherte Person erhöht.

Mengenausweitung bei Ärzten und Spitälern, Preisauftrieb bei den Medikamenten  

Die Analyse der Kostendaten zeigt, dass die Kosten im ambulanten Arzt- und Spitalbereich  vor allem aufgrund der Mengenausweitung steigen. Bei den Medikamenten sind dagegen unterbliebene Preisanpassungen und fehlende Regelungen für tiefere Generikapreise die Ursache für den starken Kostenanstieg. «santésuisse fordert griffige Massnahmen, um den Trend beim Kostenwachstum zu brechen», so Verena Nold, Direktorin von santésuisse. «Die Rezepte gegen den Kostenanstieg liegen vor. Zum Beispiel sollten bei den Ärzten häufige Routineeingriffe nur noch mit Pauschalen vergütet und der Vertragszwang gelockert werden. Bei den Medikamenten sollte ein Festbetragssystem für Generika eingeführt werden.»

 

Prämien sind Spiegelbild der Kosten

Die Prämien der Krankenversicherung sind das Spiegelbild der Kosten für Arzt- und Spitalleistungen, Medikamente, Physiotherapeuten, Spitex etc. Seit 1996 haben sich diese Kosten insgesamt um über 140 Prozent erhöht. Die Verwaltungskosten der Krankenversicherer betragen heute knapp 5 Prozent der Prämien.

 

 

Auskunft erteilen:

Verena Nold, Direktorin santésuisse, Telefon 032 625 4162 / 079 291 06 04, verena.nold@santesuisse.ch

Christophe Kaempf, Mediensprecher santésuisse, Telefon 032 625 4156 / 079 874 85 47, christophe.kaempf@santesuisse.ch

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santésuisse ist der Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer. santésuisse setzt sich für ein freiheitliches, soziales und finanzierbares Gesundheitssystem ein, das sich durch einen effizienten Mitteleinsatz und qualitativ gute medizinische Leistungen zu fairen Preisen auszeichnet.