Communiqué


23.03.2012

Neues Schweizer Implantat-Register SIRIS

Im Auftrag des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) werden ab September 2012 implantierte Hüft- und Kniegelenke obligatorisch registriert. Die Datenbank SIRIS bildet ein effektives Frühwarnsystem für Implantat-Schäden. Sie ermöglicht zudem erstmals Qualitätsvergleiche zwischen Produkten und den Kliniken. Das SIRIS-Register steht neu auf dem obligatorischen Messplan des ANQ. Deshalb sind die Spitäler und Kliniken verpflichtet, die Kenndaten dieser Implantate zu erfassen. Geführt wird SIRIS von der Stiftung für Qualitätssicherung in der Implantationsmedizin, die Partner und/oder Initianten sind die Schweizerische Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie, SGOT, der Verband der Schweizer Medizintechnik, FASMED, santésuisse die Schweizer Krankenversicherer, der Spitalverband H+ sowie das Institut für Evaluative Forschung in der Orthopädie, IEFO.

Wichtiges Frühwarnsystem
In der Schweiz werden jährlich rund 20’000 Hüft- und 16’000 Knieprothesen eingesetzt, Tendenz steigend. In SIRIS werden nun die Kenndaten aller künstlichen Hüft- und Kniegelenke noch im Operationssaal erfasst. Bei späteren Operationen am selben Gelenk erfolgt ein weiterer Registereintrag. Dadurch können allfällige Implantatschäden nicht nur frühzeitig und zentral erkannt, sondern Patienten mit dem gleichen Prothesentyp auch ohne Verzug orientiert und zu ärztlichen Kontrollen aufgefordert werden. Sollte der erfahrungsgemäss seltene Fall einer Rückrufaktion eintreten, lassen sich bereits ausgelieferte Implantate rasch zurückziehen.

Nationaler Qualitätsvertrag
Rund 220 einzelne Spitäler und Kliniken, die dem nationalen Qualitätsvertrag des ANQ beigetreten sind und Hüft- sowie Knieprothesen implantieren, sind nun verpflichtet diese Implantate spätestens ab 1. September 2012 zu registrieren. Dies, weil der ANQ das Register SIRIS Ende 2011 in seinen obligatorischen Messplan aufgenommen hat. Für die technische Durchführung des Registers ist das IEFO verantwortlich.

Vertraulich und sicher
Bei der Registrierung mit SIRIS füllt der Operateur für jedes verwendete Implantat einen Fragebogen mit den wichtigsten Angaben zur Operation aus. Diese gelangen zusammen mit den Kenndaten der Implantate in elektronischer Form, verschlüsselt (und weit möglichst anonymisiert) in die SIRIS-Datenbank. Bei Re-Operationen zum Entfernen oder Auswechseln eines Implantates erfolgt eine weitere Registermeldung. Die Erkenntnisse veröffentlicht der ANQ in einem jährlichen Bericht. Die Rohdaten, auf denen die Auswertungen basieren, sind vertraulich und nicht öffentlich zugänglich.

Langfristige Qualitätsmessungen
Zusätzlich zur flächendeckenden Sicherung der Behandlungsqualität erlaubt SIRIS Aussagen über das Langzeitverhalten und die Funktionsdauer von Implantaten. Damit lassen sich verschiedene Materialien, Techniken und Produkte direkt miteinander vergleichen, Outcome-Schwankungen sowie regionale Unterschiede feststellen und wo nötig Verbesserungen einleiten. Zudem können auch Kosten-Nutzen-Berechnungen einzelner Operationsverfahren und Implantate vorgenommen werden. Solche Qualitätsmessungen gewinnen deshalb auch im Rahmen der pauschalen Leistungsabrechnung mit DRG in den Schweizer Spitälern und Kliniken zunehmend an Bedeutung. Spitäler und Ärzte können die Informationen zu ihrer Behandlungskontrolle nutzen, Sozialversicherer zur Qualitätssicherung und die Medtech-Industrie kann sie beim Produkte-Monitoring einsetzen.

Weltweit erfolgreich
Langjährige Erfahrungen mit vergleichbaren Implantat-Registern in Ländern wie Schweden oder Australien zeigen, dass sich damit die Qualität von orthopädischen Interventionen deutlich verbessern lässt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) begrüsst ein obligatorisches Register. Später sollen auch andere Implantate in die SIRIS-Qualitätssicherung aufgenommen werden.

Weitere Informationen zum neuen Implantat-Register
www.siris-implant.ch

Zentrale Ansprechstelle zu generellen Fragen
SIRIS – Stiftung für Qualitätssicherung in der Implantationsmedizin
Andreas Mischler, Tel. 031 312 42 64, info@siris-implant.ch, www.siris-implant.ch

Organisation
ANQ – Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken
Regula Heller, Tel. 031 357 38 41, regula.heller@anq.ch, www.anq.ch

Medizin
SGOT – Schweizerische Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie
Dr. phil. Catherine Perrin, Tel. 021 963 21 39, office@cpconsulting.ch, www.sgosso.ch

Industrie
FASMED – Verband der Schweizer Medizintechnik
Kathrin Cuomo Sachsse, Tel. 061 717 82 72, kathrin.sachsse@buchs-sachsse.ch, www.fasmed.ch

Spitäler / Kliniken
H+ Die Spitäler der Schweiz
Dorit Djelid, Tel. 031 335 11 63, dorit.djelid@hplus.ch, www.hplus.ch

Versicherung
santésuisse Die Schweizer Krankenversicherer
Silvia Schütz, Tel. 032 625 41 53, silvia.schuetz@santesuisse.ch, www.santesuisse.ch

Wissenschaft und Technik
IEFO – Institut für Evaluative Forschung in der Orthopädie
Christoph Röder, Tel. 031 631 59 32, christoph.roeder@memcenter.unibe.ch

 

Ansprechpartner

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