Communiqué


28.09.2015

Prävention ist nicht Aufgabe der obligatorischen Krankenpflegeversicherung

santésuisse hat grosse Vorbehalte gegenüber der «Nationalen Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten» (NCD). Wichtige Fragen zur Wirkung der vorgeschlagenen Massnahmen und zum Ausmass der Kostenfolgen bleiben unbeantwortet. Die Versicherer lehnen die Verwendung von zusätzlichen Prämiengeldern für die Prävention ab. Gesundheitsförderung und Prävention ist Aufgabe der öffentlichen Hand und ist daher von Bund und Kantonen zu finanzieren.

Die Nationale Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD), ist ein buntes Sammelsurium nach dem Shakespeareschen Motto: «Wer vieles bringt, wird manchem etwas bieten». santésuisse nimmt zwar die Vision zur Kenntnis. Relevant ist aber, wie deren Ziele konkretisiert und umgesetzt werden. Das Primat der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) müsste zentral verankert werden und die Strategieumsetzung konsequent entlang der WZW-Kriterien erfolgen. Eine Abschätzung der Wirkung und Kosten der vorgeschlagenen Präventionsmassnahmen fehlt in der Strategie.

Gegen mehr Prämienlast für die Versicherten
Die Stossrichtung «Prävention in der Versorgung fördern» öffnet kostenintensiven und in ihrer Wirkung häufig umstrittenen Screening-Programmen oder anderen Präventionsmassnahmen Tür und Tor. Die soziale Krankenversicherung vergütet medizinische Leistungen und Diagnosen bei Krankheit. Präventionsleistungen fallen heute nur in einem gesetzlich eng definierten Rahmen in den Bereich der OKP. Eine Ausweitung dieser sachfremden Leistungen lehnen die Krankenversicherer ab.

Freiheit und Eigenverantwortung
Nach Auffassung der Krankenversicherer sollte in der Strategie zusätzlich zu den WZW-Kriterien zwingend auch die Freiheit und Eigenverantwortung in den Vordergrund rücken. Insbesondere, da die laufend steigenden Gesundheitskosten eine der grössten Sorgen der Schweizer Bevölkerung sind.

 

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santésuisse ist der Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer. santésuisse setzt sich für ein freiheitliches, soziales und finanzierbares Gesundheitssystem ein, das sich durch einen effizienten Mitteleinsatz und qualitativ gute medizinische Leistungen zu fairen Preisen auszeichnet.