Communiqué


12.09.2012

Schweizer sind gegen Trennung von Grund- und Zusatzversicherung

Zum zehnten Mal seit 2003 führte santésuisse diesen Sommer die repräsentative Bevölkerungsumfrage sondage santé durch. Im Grossen und Ganzen sind die Schweizer mit dem jetzigen System zufrieden. Gut ein Drittel der Bevölkerung (34 Prozent) ist klar gegen die Trennung von Grund- und Zusatzversicherung ist. Nur 13 Prozent sind dafür. Die Meinungen zur Einheitskasse sind noch nicht gemacht: Die Wahlfreiheit geniesst aber den höheren Stellenwert (30 Prozent) als die Staatsmedizin (27 Prozent). Das Wissen über das Gesundheitssystem kann noch stark verbessert werden.

Wie jedes Jahr wurden rund 1200 Personen telefonisch zu verschiedenen Themen zur Situation im Gesundheitswesen und zur Krankenversicherung befragt. Weiterhin gut 60 Prozent betrachten die Versicherer als glaubwürdig, sympathisch und kundenfreundlich. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Krankenversicherer ist nach wie vor hoch. Wer im Jahr 2011 den Versicherer nicht gewechselt hat (84 Prozent der Befragten), verhielt sich in erster Linie aus Zufriedenheit mit den Leistungen seines Krankenversicherers so (66 Prozent).

Ablehnung der Trennung von Grund- und Zusatzversicherung
Wenig Begeisterung löst dagegen die kürzlich wieder auferstandene Idee der Trennung von Grund- und Zusatzversicherung aus. Gut ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer (34 Prozent) sprechen sich klar für den Status quo aus und wollen Grund- und Zusatzversicherung beim gleichen Krankenversicherer. Das erspart sowohl den Versicherten als auch den Krankenversicherern unnötigen (doppelten) administrativen Aufwand und ermöglicht das sinnvolle Nutzen von Synergien. 13 Prozent befürworten eine Trennung und 53 Prozent haben sich noch keine definitive Meinung gebildet.

Grosse Unbekannte KVG
Der Hälfte (48 Prozent) der Bevölkerung ist bekannt, dass die Versicherer in der Grundversicherung keinen Gewinn machen dürfen. Etwa gleich viele Versicherte (47 Prozent) sind sich bewusst, dass die Versicherer mit allen Ärzten Verträge abschliessen müssen (sog. Vertragszwang).
Und ebenfalls die Hälfte der Befragten (52 Prozent) weiss, dass die Aussage «Mit der Grundversicherung sind alle ärztlichen Behandlungen in der ganzen Schweiz abgedeckt» falsch ist. Erstaunlich indes sind die Aussagen zu den Verwaltungskosten: Im Schnitt schätzen vier Fünftel der Befragten den Aufwand der Versicherer für Administration und Werbung auf 30,3 Prozent. Ein Fünftel liegt mit der Schätzung nahe am tatsächlichen Anteil der Verwaltungskosten von 5,8 Prozent.

Kopfprämie geniesst die höchste Zustimmung
Von allen möglichen Finanzierungssystemen hat das jetzige System mit der Kopfprämie mit 39 Prozent die höchste Zustimmung. Klar tiefere Zustimmung (23 Prozent) findet ein Prämiensystem nach Einkommen und Vermögen. Konkrete Umsetzungsvorschläge für einkommensabhängige Prämien, wie z.B. Lohnabzug (18 Prozent) oder eine Finanzierung über Vermögenssteuern (vier Prozent), werden klar abgelehnt. Das zeigt: Werden die Auswirkungen von Änderungen bewusst, steigt die Ablehnung. Eine Abschaffung der Grundversicherung fällt komplett durch und findet nur bei vier Prozent der Befragten Zustimmung. Will man das jetzige gut funktionierende Gesundheitssystem nützen und stützen, ist ein guter Kundenservice und eine stete und breite Information über die Mischfinanzierung gemäss KVG von Nöten.

Lieber Wahlfreiheit als Einheitskasse
Wie für diesen frühen Zeitpunkt vor einer Abstimmung üblich, sind die Meinungen zur Einheitskasse noch nicht gemacht. Einzig die Pole – klare Ablehner und klare Befürworter – stehen fest: Ein knappes Drittel der Bevölkerung hat sich für ein Nein zur Einheitskasse entschieden (30 Prozent sind «sehr dagegen»). Weniger (27 Prozent) stimmen folgender Frage «sehr» zu: «Die heutige freie Wahl der Krankenversicherung soll abgelöst werden durch eine staatliche Einheitskasse ». 43 Prozent der Bevölkerung hat sich noch keine klare Meinung gebildet. Die Befürworter
hoffen auf tiefere Kosten, wollen der «Jagd auf gute Risiken» ein Ende setzen, wünschen einheitliche Prämien und ein einfacheres System der Krankenversicherung. Der Hauptgrund der Gegner einer Einheitskasse ist, dass sie nicht auf die freie Wahl unter den Krankenversicherern verzichten möchten. Sie wollen den Krankenversicherer wechseln, wenn sie mit ihm unzufrieden sind und befürchten, dass bei einer Einheitskasse die Anreize für tiefe Kosten und gute Serviceleistungen fehlen.

Auskunft erteilt:
Silvia Schütz, Mediensprecherin, Telefon 032 625 41 53, 078 603 57 80,
silvia.schuetz@santesuisse.ch

 

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santésuisse ist der Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer. Er vertritt die Interessen von über 60 Versicherern mit rund 6,5 Millionen Versicherten. santésuisse setzt sich für ein freiheitliches, soziales und finanzierbares Gesundheitssystem ein, das sich durch einen effizienten Mitteleinsatz und qualitativ gute medizinische Leistungen zu fairen Preisen auszeichnet.