Medienkonferenz


18.04.2016

TARMED-Revision: Kollateralschäden vermeiden - Sofortige Kurskorrektur gefordert

Ein Gutachten, welches santésuisse und die fmCh Tarifunion in Auftrag gegeben haben, zeigt gravierende Mängel beim revidierten TARMED. Um Kollateralschäden zu vermeiden, ist eine sofortige Kurskorrektur unumgänglich. Die fmCh Tarifunion und santésuisse bekräftigen mit dem gemeinsamen Auftritt, dass ihnen die Tarifpartnerschaft und die Tarifautonomie wichtig sind.

Die Diskussion über den revidierten Arzttarif TARMED ist eröffnet. Stiftet er einen Nutzen für den Patienten? Setzt er die richtigen Anreize? Ein gemeinsam von fmCh Tarifunion und santésuisse in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zum Schluss, dass die von der FMH, H+ und MTK revidierte Tarifstruktur TARMED für frei praktizierende Ärzte und ambulante Behandlungen in den Spitälern die Anreize zur Mengenausweitung erhöht und damit Ineffizienz und schlechte Qualität belohnen würde. Verstärkte Wirtschaftlichkeitskontrollen wären unumgänglich, eventuell sogar ein Globalbudget. Das Gutachten „Erste gesundheitsökonomische Betrachtungen zur Tarifstruktur TARVISION" wurde vom renommierten Institut Polynomics AG verfasst.

Die fmCh Tarifunion und santésuisse fordern deshalb gemeinsam eine sofortige Kurskorrektur. Sie schlagen eine gestaffelte Einführung eines innovativen und zukunftsgerichteten Arzttarifs vor. Konkret sollen qualitätsbezogene Leistungspakete erarbeitet und in Testphasen im Jahr 2017 für bestimmte Fachgebiete geprüft und, falls sie sich bewähren, ab 2018 eingeführt werden. Auf diese Weise werden die Risiken für Patienten, Ärztinnen und Krankenversicherer minimiert. Durch die Einführung eines qualitätsbezogenen Arzttarifs wird die Behandlungsqualität für die Patienten gewahrt und erhöht. Dadurch werden auch die Forderungen der Agenda Gesundheit2020 des Bundesrates umgesetzt.

Mit dem gemeinsamen Auftritt an der heutigen Medienkonferenz wollen die fmCh Tarifunion und santésuisse ein klares Zeichen für die Tarifpartnerschaft setzen. Dass Ärzte und Krankenversicherer eigenständige Tarife verhandeln können, ist ein wesentliches Merkmal unseres freiheitlichen Gesundheitswesens.

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Die fmCh Tarifunion umfasst 25 medizinische Fachgesellschaften und Vereine mit rund 8000 Ärztinnen und Ärzten. Sie engagiert sich für die Erhaltung der Tarifautonomie und für qualitativ hochstehende medizinische Leistungen zu fairen Preisen. santésuisse ist der führende Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer. santésuisse setzt sich für ein freiheitliches, soziales und finanzierbares Gesundheitssystem ein, das sich durch einen effizien-ten Mitteleinsatz und qualitativ gute medizinische Leistungen zu fairen Preisen auszeichnet.