«Wir beneiden euch um euer System»

infosantésuisse-Artikel


01.10.2017

Studienreise des AIM in die Schweiz

«Wir beneiden euch um euer System»

santésuisse war Ende Oktober Gastgeber der jährlichen Studienreise des Internationalen Verbands der Krankenversicherer. Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt von der Effizienz und Qualität unseres Gesundheitssystems. Und von dessen Kosten.

«Healthcare and social benefits for all», das ist zusammengefasst die Vision des Internationalen Verbands der Krankenkassenverbände und «Krankenversicherungen auf Gegenseitigkeit», kurz AIM. Die Organisation ist in über 30 Ländern vertreten und zählt 63 Mitglieder, die ihrerseits Studienreise des AIM in die Schweiz «Wir beneiden euch um euer System» rund 240 Millionen Menschen Gesundheitsschutz und Krankenversicherungsleistungen bieten. Einige der AIM-Mitglieder betreiben zudem eigene Gesundheitsund Sozialeinrichtungen. Die diesjährige Studienreise führte die AIM-Mitglieder auf Einladung von santé- suisse in die Schweiz, konkret nach Zürich, wo den Gästen aus dem Ausland während zweier Tage Aufbau und Funktionsweise der schweizerischen Gesundheitsversorgung vorgestellt wurden. Behördenvertreter von Bund und Kantonen, Branchenorganisationen wie FMH oder Interpharma sowie Krankenversicherer diskutierten mit den Konferenzteilnehmenden über die Herausforderungen, die eine für alle zugängliche, qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung mit sich bringt. Mit von der Partie an der Konferenz war auch eine Delegation von Ärztinnen und Klinikleitern aus der zentralasiatischen Republik Kasachstan, die sich in Europa im Sinne von «best practice» über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Gesundheitssysteme informieren wollte. Und die Erkenntnisse nach zwei Tagen intensivem, grenzüberschreitendem Informations- und Erfahrungsaustausch in Sachen Gesundheitswesen und Krankenversicherung? Erstens, die Herausforderungen in Bezug auf Struktur, Kosten und Steuerung sind allgegenwärtig und zum Teil austauschbar; egal, wie gut ausgebaut und organisiert die Gesundheitsversorgung eines Landes ist. Wobei sich die ausländischen Delegationen teilweise des Eindrucks nicht erwehren konnten, dass die Strukturprobleme, von denen die Vertreter des Gastgeberlandes berichteten, auf sehr hohem Niveau angesiedelt sind. Zweitens: Im Ausland zieht man den Hut vor unserem Gesundheitssystem. Man beneidet uns bezüglich Qualität, Zugang und Organisation. Und drittens, man nimmt zur Kenntnis, dass all diese Annehmlichkeiten einen – sehr – hohen Preis haben. (SST)

Susanne Steffen

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