
"Das Bessere ist der Feind des Guten", wusste schon Voltaire. Heute lässt sich damit ein Teil der stetigen Ausweitung der Mengen im System erklären. Dass diese Ausweitung die Gesundheitskosten massiv stärker beeinflusst als die Preise, zeigt eine neue Studie von santésuisse. Mehr als 30 Prozent der Leistungen sind laut den Akademien der Wissenschaften überflüssig. Ein Tatort unnötiger Behandlungen sind die Schweizer OP-Säle, so die OECD. Gibt es Rezepte gegen die Mengenausweitung und wenn ja, welche? Das erfahren Sie im aktuellen infosantésuisse. Lesen Sie hier einen Artikel der aktuellen Ausgabe.
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| 20.01.2011 |
santésuisse traf heute eine Vereinbarung, die die Gebühren für Vermittler und Makler sowie die Telefonwerbung ins Visier nimmt. Die Dachorganisation der Schweizer Krankenversicherer leitet damit klare Sparmassnahmen ein, von denen die Versicherten direkt profitieren werden. Mit dieser Vereinbarung klärt santésuisse eine verfahrene Situation, in die sich das Parlament gebracht hatte, und schlägt dem Departement des Innern und Gesundheitsminister Didier Burkhalter eine realistische und wirkungsvolle Lösung vor.
Das aggressive Telefonmarketing und die Entgleisungen gewisser nichtqualifizierter Versicherungsmakler im Bereich der Krankenversicherung stiessen in der Öffentlichkeit auf heftige Kritik. Trotz der im Rahmen der «Sparmassnahmen Couchepin» diskutierten Vorschläge zur Regulierung war das Parlament nicht der Lage, Lösungen zu verabschieden. Das Gesetzespaket wurde in der Schlussabstimmung im Nationalrat bachab geschickt.
santésuisse entschied sich deshalb, das Problem selber anzugehen und mit einer eigenen Branchenvereinbarung der aggressiven Telefonwerbung und unkontrollierten Maklergeschäften ein Ende zu setzen. Grundlage dazu bildeten die bereits im April 2010 angekündigten santé-suisse-Leitlinien (besserer Risikoausgleich, Förderung von Managed Care, Verbot von Quersubventionen, Regelung der Telefonwerbung und Provisionen).
santésuisse war im Rahmen der Diskussionen mit dem Departement des Innern sowie der Vernehmlassung, initiiert von Bundesrat Didier Burkhalter, rasch zur Überzeugung gelangt, dass eine effektive und realistische Lösung über eine Branchenvereinbarung möglich ist.
Der santésuisse-Verwaltungsrat verabschiedete kürzlich an seiner Sitzung eine Vereinbarung, der alle Mitglieder zustimmten. Das ist ein klares Zeichen von Seiten der Krankenversicherer von santésuisse, denn sie vertreten mehr als 90% der Schweizer Versicherten!
Die Vereinbarung enthält im Wesentlichen drei Punkte:
Die Einsparungen dürften sich dank dieser Massnahmen auf 60 bis 100 Millionen Franken belaufen.
santésuisse ist von der Zweckmässigkeit, der Effektivität und der Nachhaltigkeit dieser Lösung überzeugt. Der Dachverband der Schweizer Krankenversicherer will mit diesem Schritt seine soziale Verantwortung wahrnehmen. Die dem Gesundheitsminister Didier Burkhalter unterbreitete Vereinbarung ist nicht nur ein Weg aus der Sackgasse, sondern sie trägt auch dazu bei, die Verwaltungskosten der Krankenversicherer weiter zu senken – die einzigen Kosten, die in den letzten Jahren bereits markant rückläufig waren.
Diese Vereinbarung ist die erste in ihrer Art seit Bestehen von santésuisse. Es ist der Beweis dafür, dass die Versicherer bemüht sind, konkret zur Verbesserung des schweizerischen Gesundheitssystems beizutragen und zwar jenseits von sterilen ideologischen Wortgefechten.
Auskünfte:
Claude Ruey, Präsident santésuisse, Tel. 079 210 84 13
Stefan Kaufmann, Direktor santésuisse, Tel. 079 313 04 54
Die Pressemitteilung ist abrufbar unter www.santesuisse.ch
| Communiqué - drastische Einschränkung der Gebühren von Vermittlern und Maklern sowie der Telefonwerbung-zugunsten der Versicherten (22.3 kb) |