Die wichtigsten zwölf Grafiken zum Schweizer Gesundheitswesen

Es ist schwierig im gesundheitspolitischen Zahlendschungel den Überblick zu behalten. Daher haben santésuisse-Experten nachfolgend zwölf Grafiken rund um das Schweizer Gesundheitswesen ausgewählt und kommentiert, um so für gesundheitspolitisch Interessierten eine Einordnung vorzunehmen.

Die Grafiken reichen thematisch von der Lebenserwartung über die Prämien, Kosten und Versicherungsmodelle bis hin zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des Gesundheitswesens. Die Grafiken werden jährlich aktualisiert.

  • Lebenserwartung
    Lebenserwartung

    Die Lebenserwartung in der Schweiz liegt im internationalen Vergleich deutlich über dem Durchschnitt. Dies hat seinen Preis: Die Gesundheitsausgaben pro Kopf belaufen sich in der Schweiz auf hohe 6787 Dollar (kaufkraftbereinigt). Länder wie Italien, Spanien oder Japan erreichen dieselbe Lebenserwartung – zu wesentlich tieferen Kosten.

  • Prämien und Kosten
    Prämien und Kosten

    Im Gleichschritt mit den Ausgaben für medizinische Leistungen steigen auch die Prämien. Seit Jahren stabil respektive leicht rückgängig ist hingegen der Verwaltungsaufwand der Krankenversicherer.

    Das Prämiensoll (PS) entspricht der Summe der Prämien gemäss den genehmigten Prämientarifen für den Versichertenbestand.

  • Solidarität zwischen Alt und Jung
    Solidarität zwischen Alt und Jung

    Die Grafik vergleicht die Gesundheitskosten pro Altersgruppe mit den jeweils bezahlten Prämien. Dabei wird deutlich, dass Versicherte bis zum 60. Altersjahr mehr Prämien bezahlen, als sie Kosten verursachen. Mit zunehmenden Alter ist das Gegenteil der Fall: Die Versicherten generieren im Vergleich zu den bezahlten Prämien durchschnittlich höhere Kosten. Dieser Mechanismus wird als Generationen-Solidarität bezeichnet.

  • Nutzung Spital stationär
    Nutzung Spital stationär

    Die Anzahl der Versicherten und Erkrankten steigt konstant. Ebenso die Anzahl der Spitaleinweisungen und damit einhergehend der Spitaltage. Hingegen ist die eigentliche Verweildauer im Spital rückläufig: 2014 betrug sie 9,2 Tage, 2004 waren es noch 9,8 Tage. Zurückzuführen ist dies einerseits auf den medizinischen Fortschritt, andererseits auf die Einführung des neuen Tarifsystems SwissDRG, dem sogenannte Fallpauschalen zugrunde liegen.

  • Kosten nach Leistungserbringer
    Kosten nach Leistungserbringer

    Die Gesundheitskosten sind seit 1995 stetig angestiegen. 2014 beliefen sie sich auf rund 71 Milliarden Franken. Zwei Drittel aller Kosten entstehen in Spitälern sowie bei den ambulanten Versorgern. Um die Ursachen dieser Entwicklung anzugehen, sind die Hauptanstrengungen auf die grössten Kostenblöcke zu konzentrieren.

  • Finanzierung nach Regime
    Finanzierung nach Regime

    Die Gesundheitskosten sind im Jahr 2014 im Vergleich zum Jahr 2008 gestiegen. Die Finanzierung der Gesundheitsausgaben erfolgt im Jahr 2014 mit einem Anteil von 43 Prozent hauptsächlich durch die Sozialversicherungen (Grundversicherung) und die privaten Haushalte (Anteil von 25%).

  • Kostenbeteiligung nach Versicherungsform
    Kostenbeteiligung nach Versicherungsform

    Die Kostenbeteiligung pro versicherte Person (Ausgaben für Franchise sowie Selbstbehalt) steigt seit 1996 kontinuierlich an; zurückzuführen unter anderem auf die Erhöhung der Franchisen im Jahr 2004. Die Kostenbeteiligung der Versicherten ist bei Modellen mit wählbarer Franchise am höchsten, bei Modellen mit eingeschränkter Wahl – zum Beispiel HMO – dank optimierten Behandlungsabläufen am niedrigsten.

  • Versichertenbestand nach Versicherungsform
    Versichertenbestand nach Versicherungsform

    Immer mehr Versicherte entscheiden sich für alternativen Versicherungsformen. Seit 2005 lässt sich eine markante Zunahme bei der Zahl der Versicherten in der Rubrik «Eingeschränkte Wahl» – zum Beispiel Hausarztmodelle – beobachten. Sie erlauben eine Optimierung der Behandlungsabläufe und führen zu tieferen Kosten und Prämien. Im Gegenzug nimmt die Zahl der Versicherten bei den Modellen «ordentliche Jahresfranchise» und «Wählbare Jahresfranchisen» ab.

  • Prämienverbilligung I
    Prämienverbilligung I

    Die Krankenversicherer erheben ihre Prämien unabhängig von den finanziellen Verhältnissen der versicherten Person. Dies kann je nach Einkommen und Vermögen zu einer grossen finanziellen Belastung führen. Die Prämienverbilligung soll Personen in wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen finanziell entlasten bzw. die Belastung durch die Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mindern. Prämienverbilligungen sind keine Almosen, sondern Finanzierungshilfen des Bundes und der Kantone. Der Anteil der Kantone hat sich im Rahmen des Neuen Finanzausgleichs 2007/2008 verschoben. Seit 1996 ist die ausbezahlte Summe aller Prämienverbilligungen von 1,5 auf 4 Milliarden Franken in 2014 angestiegen.

  • Prämienverbilligung II
    Prämienverbilligung II

    Nach der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im Jahre 1996 ist die Zahl der Bezügerinnen und Bezüger von Prämienverbilligungen rasch angestiegen. Seit 2005 stabilisiert sich diese zwischen 2,2 und 2,3 Millionen Personen. Gleichzeitig ist der Beitrag der individuellen Prämienverbilligung pro versicherte Person von rund 900 Franken (1996) auf auf gut 1800 Franken (2014) pro Jahr angestiegen.

  • Prämienverbilligung III
    Prämienverbilligung III

    Der Anteil der ausbezahlten Prämienverbilligungen an den insgesamt bezahlten Prämien nimmt seit 1999 kontinuierlich ab.

  • Volkswirtschaftliche Bedeutung
    Volkswirtschaftliche Bedeutung

    Das Gesundheitswesen hat für die Schweizer Volkswirtschaft eine zentrale Bedeutung. Die Kosten sind seit 2002 stetig angestiegen und erreichten im Jahr 2014 einen Anteil von 11,1 Prozent am Bruttoinlandprodukt (BIP). Auch der Anteil der Beschäftigten in diesem Bereich hat seit 2002 zugenommen. 2014 beträgt er, gemessen an den in der Schweiz beschäftigten Personen, 6,7 Prozent. Rund 40 Prozent der Gesundheitskosten entfallen für Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP).


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