Die wichtigsten zwölf Grafiken zum Schweizer Gesundheitswesen

Es ist schwierig im gesundheitspolitischen Zahlendschungel den Überblick zu behalten. Daher haben santésuisse-Experten nachfolgend zwölf Grafiken rund um das Schweizer Gesundheitswesen ausgewählt und kommentiert, um so für gesundheitspolitisch Interessierten eine Einordnung vorzunehmen.

Die Grafiken reichen thematisch von der Lebenserwartung über die Prämien, Kosten und Versicherungsmodelle bis hin zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des Gesundheitswesens. Die Grafiken werden jährlich aktualisiert.

  • Lebenserwartung
    Lebenserwartung

    Die Lebenserwartung in der Schweiz liegt im internationalen Vergleich deutlich über dem Durchschnitt. Diese hohe Lebenserwartung ist nicht gratis: Der internationale Vergleich zeigt gleichzeitig, dass die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben der Schweiz mit 6325 Dollar (kaufkraftbereinigt) sehr hoch sind. Andere Länder wie Italien, Spanien und Japan erreichen dieselbe Lebenserwartung zu einem günstigeren Preis.

  • Prämien und Kosten
    Prämien und Kosten

    Im Gleichschritt mit den Ausgaben für die medizinischen Leistungen steigen auch die Prämien. Der Verwaltungsaufwand (inkl. Abschreibungen) der Krankenversicherungen betrug gemessen an den Gesamtkosten im Jahr 2014 nach Angaben des BAG 4,9% und ist damit vergleichsweise gering. Gemessen an den Gesamtkosten hat der Anteil des Verwaltungsaufwandes seit 2002 weiter abgenommen.

    Das Prämiensoll (PS) entspricht der Summe der Prämien gemäss den genehmigten Prämientarifen für den Versichertenbestand.

     

  • Solidarität zwischen Jung und Alt
    Solidarität zwischen Jung und Alt

    Die Abbildung zeigt, je Versicherter, die Nettoleistungen und die jährlich bezahlten Prämien nach Altersklassen. Es ist ersichtlich, dass Kinder (bis 19 Jahren) eine deutlich tiefere Prämie aufweisen. Dies, weil die Versicherer gesetzlich verpflichtet sind, eine tiefere Prämien festzusetzen. Werden die bezahlten Prämien mit den generierten Kosten verglichen, wird deutlich, dass die Versicherten im Durchschnitt bis zum 60. Altersjahr mehr Prämien bezahlen als sie Kosten verursachen. Sie beteiligen sich also an der Finanzierung der Grundversicherung. Danach kehrt sich das Verhältnis um. Ab dem 60. Altersjahr liegen die Gesundheitskosten der Personen im Schnitt über den Prämien, die diese Altersgruppe bezahlt. Dies bezeichnen wir als Solidarität zwischen den Generationen bezüglich des Tragens der Gesundheitskosten.

  • Nutzung Spital stationär
    Nutzung Spital stationär

    Seit 2003 sind die Anzahl Versicherten, Anzahl Erkrankten, Anzahl Einweisungen und die Anzahl Spitaltage angestiegen. Der Indikator Spitaltag je Einweisung ist gesunken. Durchschnittlich verblieb ein Patient 2014 nur noch 9,2 gegenüber 9,8 Tage im Jahr 2004 in einer stationären Einrichtung. Diese Reduktion ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen: Erstens erhöhten die Spitäler ihre Effizienz durch den technologischen Fortschritt. Zweitens wurden in mehreren Spitälern des öffentlichen Bereichs bereits im Jahr 2005 Fallpauschalensysteme eingeführt, was zu mehr Effizienz führte.

  • Kosten nach Leistungserbringer
    Kosten nach Leistungserbringer

    Die Gesundheitskosten sind seit 1995 stetig gestiegen. Im Jahr 2013 beliefen sich die Kosten auf rund 69 Milliarden Franken. Zwei Drittel aller im Gesundheitswesen generierten Kosten entstehen in Krankenhäuser und bei den ambulanten Versorgern. Es gilt daher, die Ursachen dieser Entwicklung anzugehen und die Hauptanstrengungen auf die grössten Kostenblöcke zu konzentrieren.

  • Finanzierung nach Regime
    Finanzierung nach Regime

    Die Gesundheitskosten sind im Jahr 2013 im Vergleich zum Jahr 2008 gestiegen. Die Finanzierung der Gesundheitsausgaben erfolgt im Jahr 2013 mit einem Anteil von 43 Prozent hauptsächlich durch die Sozialversicherungen (Grundversicherung) und die privaten Haushalte (Anteil von 24%).

  • Kostenbeteiligung nach Versicherungsform
    Kostenbeteiligung nach Versicherungsform

    Die Kostenbeteiligung je Versicherte Person (Ausgaben für Franchise und Selbstbehalt) stieg von 1996-2014 kontinuierlich an. Dieser stetiger Anstieg ist unter anderem auf die Erhöhung der Franchisen im Jahr 2004 zurückzuführen. Die Kostenbeteiligung je Versicherter ist bei den Modellen mit wählbarer Franchise am höchsten, bei den Modellen mit eingeschränkter Wahl am niedrigsten. Mit Modellen wie HMO werden die Optimierung von Behandlungsabläufen sowie die Ersparnis von Kosten erreicht.

  • Versichertenbestand nach Versicherungsform
    Versichertenbestand nach Versicherungsform

    Seit 2005 lässt sich eine beschleunigte Zunahme bei der Zahl der Versicherten in der Rubrik «Eingeschränkte Wahl» (z.B. Hausarztmodelle) beobachten. Immer mehr Versicherte entscheiden sich für alternative Krankenversicherungsmodelle. Ein Grund sind die stetig steigenden Prämien. Im Gegenzug nimmt die Zahl der Versicherten bei den Modellen «ordentliche Jahresfranchise» und Wählbare Jahresfranchisen» ab. Mit besonderen Versicherungsmodellen wie Hausarztmodellen werden die Optimierung von Behandlungsabläufen sowie die Ersparnis von Kosten erreicht.

  • Prämienverbilligung I
    Prämienverbilligung I

    Die Krankenkassen erheben ihre Prämien unabhängig von den finanziellen Verhältnissen der versicherten Person. Dies kann je nach Einkommen und Vermögen zu einer grossen finanziellen Belastung führen. Die Prämienverbilligung soll Personen in wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen finanziell entlasten bzw. die Belastung durch die Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mindern. Prämienverbilligungen sind keine Almosen, sondern Finanzierungshilfen des Bundes und der Kantone. Der Anteil der Kantone hat sich im Rahmen des Neuen Finanzausgleichs 2007/2008 verschoben. Seit 1996 ist die ausbezahlte Summe aller Prämienverbilligungen von 1,5 auf 4 Milliarden Franken in 2014 angestiegen

  • Prämienverbilligung II
    Prämienverbilligung II

    Nach Einführung des neuen KVG ist die Anzahl Bezüger von Prämienverbilligungen rasch angestiegen und stabilisierte sich seit 2005 zwischen 2,2 und 2,3 Millionen Bezüger. Gleichzeitig hat sich die Subvention pro Bezüger stetig erhöht von rund 900 Franken pro Bezüger im Jahr 1996 auf rund 1828 Franken pro Bezüger im Jahr 2014

  • Prämienverbilligung III
    Prämienverbilligung III

    Der Anteil der ausbezahlten Prämienverbilligungen an den insgesamt bezahlten Prämien verringerte sich seit dem Jahr 1999 wieder kontinuierlich.

  • Volkswirtschaftliche Bedeutung
    Volkswirtschaftliche Bedeutung

    Das Gesundheitswesen hat eine sehr grosse Bedeutung für die Schweizer Volkswirtschaft. Die Gesundheitskosten sind seit 2002 stetig gestiegen und hatten im Jahr 2014 einen Anteil von 11,1% am BIP. Auch der Anteil der Beschäftigten im Gesundheitswesen ist seit 2002 angestiegen. Heute (2014) beträgt der Anteil gemessen am Total der in der Schweiz Beschäftigten 7,6%. Der Anteil der Grundversicherung nach KVG beträgt fast 40% an den gesamten Gesundheitskosten.


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