«Gesundheit 2020» - Strategie mit Lücken

Das Strategiepapier «Gesundheit 2020» des Bundes enthält 4 Handlungsfelder, 12 Ziele und insgesamt 36 Massnahmen, mit denen der Bundesrat beabsichtigt das schweizerische Gesundheitssystem für künftige Herausforderungen zu rüsten. santésuisse vermisst eine einheitliche Strategie hinter den Einzelmassnahmen und Massnahmen zur Stärkung der Eigenverantwortung.

Die ganzheitlich-systemische Sichtweise auf das Gesundheitswesen, welche der Bundesrat mit dem Strategiepapier einnimmt, ist zu begrüssen.

Allerdings ist die Gesamtschau nicht vollständig. Folgende Themenfelder sind zusätzlich anzugehen:

  • «Gesundheit 2020» gibt keine Antwort darauf, wie die Finanzierung des Gesundheitssystems langfristig und nachhaltig sichergestellt werden soll. Insbesondere sollte auf die Thematik der Generationensolidarität eingegangen werden. Junge Erwachsene und junge Familien tragen verstärkt die Gesundheitskosten der älteren Generation mit. Mögliche Ansätze wären z.B. die Einführung von zusätzlichen Prämienklassen für ältere Personen, um die ältere Generation etwas mehr an den Gesundheitskosten zu beteiligen. Oder die Entlastung von Familien und Jugendlichen durch gezielte Prämienverbilligungen.
  • Angebots- und nachfrageseitige Fehlanreize im Gesundheitswesen führen zu einer sich stetig weiterdrehenden Kostenspirale. Innovative Methoden werden auch angewendet, wenn dies nicht unbedingt notwendig ist. Vorschläge zur Beseitigung dieser Fehlanreize fehlen im Strategiepapier des Bundes.
  • Das Strategiepapier fokussiert stark auf Unterstützungsmassnahmen von einkommensschwachen Haushalten anstatt eigenverantwortliches Handeln aller Versicherten zu fördern. Zur Stärkung der Selbstverantwortung aller Versicherten ist an eine Weiterentwicklung der besonderen Versicherungsformen (z.B. HMO oder Hausarztmodell) zu denken. Besondere Versicherungsformen sollen die Eigenverantwortung aller Versicherten stärken und es ermöglichen, in Zusammenarbeit mit den Leistungserbringern an Qualität und Effizienz der erbrachten Leistungen zu arbeiten.

Ansprechpartner

15.11.2016
Referat

Vertragszwang versus Vertragsfreiheit

Prof. Dr. h. c. Herbert Rebscher, DAK-Gesundheit, Hamburg, 2. Novemberkongress


15.11.2016
Referat

Elemente eines wettbewerblichen Gesundheitswesens - Chancen und Grenzen

Prof. Dr. Volker Ulrich, Ordinarius für Volkswirtschaftslehre, Universität Bayreuth, 2. Novemberkongress


15.11.2016
Referat

Lösungsansätze: Was lernen wir für das Schweizer Gesundheitswesen?

Verena Nold, Direktorin santésuisse, 2. Novemberkongress


15.11.2016
Medienkonferenz

Novemberkongress 2016: Schlechte Qualität darf Krankenversicherungsprämie nicht belasten

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung muss heute Leistungen in Milliardenhöhe vergüten, die keinen Mehrwert für die Patienten haben. Dies bedeutet eine untragbare Situation zu Lasten der Prämien- und Steuerzahler. An ihrem jährlich stattfindenden «Novemberkongress» stellte santésuisse einen Massnahmenkatalog vor, um dieses Malaise zu korrigieren.


21.06.2016
Veranstaltung

125 Jahre santésuisse - Von Verwaltern zu Gestaltern

Ansprache von Nationalrat Heinz Brand, Präsident santésuisse. Gehalten anlässlich des Jubiläumsanlass vom 21. Juni 2016.


24.11.2015
Medienkonferenz

Novemberkongress 2015: Reformvorschläge für ein freiheitliches Gesundheitswesen

Neue Lösungsansätze sollen die hohe Qualität und Finanzierbarkeit des schweizerischen Gesundheitssystems sicherstellen. Am Novemberkongress „Gesundheit 2020+“ erläuterten Experten ihre Vorschläge zur Reform des Gesundheitswesens vor einem Publikum aus Politik, Behördenvertretern und Leistungserbringern. santésuisse regt an, diese Vorschläge vertieft zu diskutieren.


01.10.2015
infosantésuisse-Artikel

Wie der Bund das Gesundheitswesen verstaatlichen will

santésuisse hat die vom Bundesrat vorgelegte Gesamtschau «Gesundheit 2020» zu den einzelnen Massnahmen einer Prüfung unterzogen.* Die 36 oft widersprüchlichen Einzelmassnahmen ergeben keine Strategie. Die «Gesamtschau » zielt faktisch auf die schrittweise Verstaatlichung des regulierten Wettbewerbs in der sozialen Krankenversicherung und verschweigt die dadurch entstehenden Kosten.


16.04.2015
Referat

Die Zukunft der Krankenversicherung

Veranstaltung Sozialversicherungen aktuell


14.01.2015
Positionspapier

«Gesundheit 2020»

Der Bundesrat hat unter dem Titel «Gesundheit 2020» eine Strategie für das Schweizer Gesundheitssystem mit 36 Einzelmassnahmen präsentiert. santésuisse beurteilt dieses Papier insgesamt als einseitig und unausgegoren, weshalb wir dieser Sammlung von Ideen sehr kritisch gegenüberstehen.


01.10.2014
infosantésuisse-Artikel

Forschen für die Patienten

Erhält der Patient die richtige Behandlung zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort vom richtigen Leistungserbringer? Werden Medikamente und Impfstoffe sinnvoll eingesetzt? Welchen Effekt hat eine Behandlung auf den Patienten? Wie landen Erkenntnisse aus der Forschung in der Praxis? Fragen wie diese soll die Versorgungsforschung beantworten. Ziel davon ist es, Rückschlüsse über Unter-, Über- oder Fehlversorgung zu ziehen.


23.07.2013
Positionspapier

Gesundheit2020 – Die gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundes

Der Bundesrat hat unter dem Titel „Gesundheit2020“ eine Strategie für das Schweizer Gesundheitssystem mit 36 Einzelmassnahmen präsentiert. santésuisse beurteilt dieses Papier insgesamt als einseitig, unausgegoren und damit unannehmbar: Der Bundesrat verfolgt konkrete Massnahmen, welche die Wahlfreiheit beschränken, preistreibend wirken sowie den Wettbewerb und die Selbstverantwortung schwächen und letztlich in eine Staatsmedizin münden, welche unserem gesundheitspolitischen Verständnis diametral entgegensteht.


23.01.2013
Communiqué

Widersprüchliche Einzelmassnahmen sind keine Strategie

Der Bundesrat hat heute unter dem Titel «Gesundheit2020» eine Strategie für das Schweizer Gesundheitssystem mit 36 Einzelmassnahmen präsentiert. santésuisse beurteilt dieses Papier insgesamt als widersprüchlich: Der Bundesrat verfolgt hohe Ziele, etliche Massnahmen beschränken aber die Wahlfreiheit, wirken preistreibend und schwächen den Wettbewerb. Positiv ist die Absicht des Bundesrates, die Über- und Fehlversorgung verstärkt anzugehen und schlechte Leistungen konsequenter zu bekämpfen.


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