Ärzte rechnen ihre Leistungen über den TARMED ab

santésuisse setzt sich in Zusammenarbeit mit den Tarifpartnern dafür ein, dass dieser Tarif so gestaltet ist, dass er die ärztliche Arbeit fair abbildet. Insbesondere engagiert sich santésuisse dafür, dass die Kosten nicht aus dem Ufer laufen und die Prämienzahlerinnen und -zahler zunehmend stärker belasten.

Der Tarif für ambulante Leistungen in der Schweiz heisst TARMED (hergeleitet aus tarif médical, franz. für ärztlicher Tarif). Er gilt seit 2004 für alle ambulanten ärztlichen Behandlungen in Arztpraxen und in den ambulanten Abteilungen der Spitäler. Der TARMED-Tarif umfasst rund 4’500 Einzelleistungspositionen. Die am häufigsten verwendete und verrechnete Tarif-Position ist 00.0010, «Konsultation, erste 5 Minuten (Grundkonsultation)». Sie ist auf den meisten Rechnungen / Rückforderungsbelegen zu finden. Die Höhe der Tarifierung der einzelnen Leistung ist abhängig von deren Dauer, der benötigten Infrastruktur und der Komplexität der Leistung. Der TARMED-Tarif setzt sich aus ärztlichen und technischen Leistungen zusammen, denen Taxpunkte zugeordnet werden. Die Taxpunkte widerspiegeln in Zahlen die Leistung der Ärzte. Das Gespräch während der Konsultation etwa zählt zu den ärztlichen Leistungen. Zu den technischen Leistungen gehören zum Beispiel die Löhne der medizinischen Praxisassistentinnen und die Raumausstattungen. Der Betrag, den die Ärzte für ihre Leistungen erhalten, unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. Er wird zwischen Versicherern und Ärzten ausgehandelt.

Qualität ist noch nicht messbar

Ärzte müssen regelmässig Fortbildungen in ihrem Fachgebiet und Weiterbildungen absolvieren, damit sie ihre Tätigkeit ausüben können. Zudem geben die einzelnen Fachgesellschaften Empfehlungen und Standards vor, an die sich die praktizierenden Ärzte halten sollten. Ärzte, die in Netzwerken zusammen arbeiten, treffen sich zudem oft in Qualitätszirkeln, sofern es die Verträge der jeweiligen Zusammenschlüsse vorsehen. Qualitätszirkel haben das Ziel, den Austausch zwischen den behandelnden Ärzten zu gewissen Themen oder zu einem bestimmten Patienten zu fördern. Bis anhin gibt es noch keine verbindlichen Kriterien, die es erlauben, die Qualität der ärztlichen Leistung im ambulanten Bereich zu messen. 

Kosten steigen, weil mehr Behandlungen anfallen

Sowohl in den Arztpraxen als auch in den ambulanten Abteilungen der Spitäler sind die Kosten seit der Einführung des TARMED im Jahr 2004 konstant und stark gestiegen. Die Gründe dafür sind einerseits eine Zunahme der Behandlungen, die ambulant statt im Spital stationär stattfinden. Deshalb wächst der Umsatz im Spital ambulant im Vergleich mit den Arztpraxen auch übermässig an. Andererseits nehmen auch Leistungen, die schon immer in Arztpraxen oder im Spital ambulant erbracht wurden, zu. In diesem Zusammenhang spricht man auch von «Mengenausweitung», die bei den Ärzten im Gegensatz zu anderen Berufen möglich ist. Während sich in einem Dorf die Anzahl der verkauften Brote nicht verdoppelt, wenn ein zweiter Bäcker sein Geschäft eröffnet, ist bei den Ärzten zu beobachten, dass jede eröffnete Praxis bald ihren Umsatz erwirtschaftet – ohne dass andere Ärzte Einbussen erleiden würden.

santésuisse setzt sich bei den Kosten für die Prämienzahlerinnen und -zahler ein

santésuisse setzt sich in Zusammenarbeit mit den anderen Tarifpartnern dafür ein, den Tarif stets so zu gestalten, dass er die ärztliche Arbeit fair abbildet. Insbesondere engagiert sich santésuisse dafür, dass die Kosten im TARMED nicht aus dem Ufer laufen und die Prämienzahlerinnen und -zahler zunehmend stärker belasten. Dies geschieht beispielsweise, indem bei Revisionen des Tarifs darauf geachtet wird, dass die medizinischen und technischen Entwicklungen, die seit der Einführung des TARMED gewisse Behandlungen vereinfacht haben, zugunsten der Prämierzahlerinnen und -zahler berücksichtigt werden.

santésuisse ist in der Paritätischen  Interpretationskommission, in der Paritätischen Tarifkommission und der Paritätischen Kommission für Dignitäten und Sparten sowie in den entsprechenden Paritätischen Vertrauenskommissionen vertreten.

Politische Dimension: Revision und Zulassungsstopp

Die Notwendigkeit zur Revision des aus dem Jahr 2004 stammenden Tarifwerks TARMED ist bei allen Tarifpartnern unbestritten. santésuisse ist gestützt auf die Vorgaben des KVG offen für Verhandlungen betreffend innovative Lösungen für die Tarifierung von Arztleistungen – solange die Revision kostenneutral stattfindet. Entsprechend ihrer Grundhaltung für ein freiheitlich ausgerichtetes Gesundheitswesen, setzt sich santésuisse für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Tarifstrukturen ein.

Das Providurium Zulassungsstopp soll laut Willen des Parlaments auch 2016 weitergeführt werden. santésuisse erachtet dies nicht als zielführend, weil Zulassungsstopps weitgehend unwirksam sind. Es gibt keine Beweise und keine Studien, die klar belegen, dass Zulassungsstopps für Ärzte ein relevantes Mittel sind, die Kosten der Krankenversicherung in einem Kanton wirksam zu senken. Ihr Einfluss ist allenfalls gering, womit die Zulassungstopps von den wahren Problemen, die zum jährlichen Kostenanstieg führen, ablenken. Zudem werden durch den Zulassungsstopp junge Ärztinnen und Ärzte systematisch benachteiligt – dies ist weder liberal, noch wirtschaftlich und auch nicht qualitätsorientiert. 

Der TARMED ist der schweizweit gültige Einzelleistungstarif gemäss Artikel 43 Absatz 5 Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG)

Ansprechpartner

Weiterführende Informationen

tarifsuisse ag: ambulante Tarifstrukturen

TARMEDSuisse

Art. 43 Abs. 5 KVG

Download TARMED Tarifbrowser

Tarifbrowser

Bei Fragen stehen wir Ihnen unter tarmed@santesuisse.ch zur Verfügung.

28.11.2017
Brennpunkt

Gesundheitspolitik Nr. 4/2017

Rationierung mit Globalbudgets - Drohendes ambulantes Überangebot statt Ärztemangel - Ambulant vor stationär


19.10.2017
Vernehmlassung

Zulassungssteuerung für Ärzte: santésuisse lehnt Vorschlag des Bundesrates ab

Der Vorschlag des Bundesrates zur Zulassungssteuerung der Ärzte erfüllt den Auftrag des Parlamentes nicht. Alternativen zur bisherigen Zulassungssteuerung und Vorgaben an die Kantone für die überkantonale Steuerung fehlen. santésuisse lehnt die Vorlage in dieser Form ab.


19.10.2017
Communiqué

Unausgewogen und wirkungslos

Der Vorschlag des Bundesrates zur Zulassungssteuerung der Ärzte erfüllt den Auftrag des Parlamentes nicht. Alternativen zur bisherigen Zulassungssteuerung und Vorgaben an die Kantone für die überkantonale Steuerung fehlen. santésuisse lehnt die Vorlage in dieser Form ab.


10.10.2017
Standpunkt

Standpunkt von Heinz Brand in der NZZ vom 12. September 2017

Der Widerwille des EDI bei der Ausarbeitung der Ärztezulassung erinnert an dessen Entscheide zu den Rabattkürzungen bei den Wahlfranchisen oder dessen Vorschläge zur Neueinteilung der Prämienregionen. Auch hier wurde das Parteikalkül offenbar höher gewichtet als die Meinung des Parlaments, die Resultate der Vernehmlassungen und der tatsächliche Handlungsbedarf.


26.09.2017
Medienkonferenz

Kosten steigen weiter – fragliche Wirkung des bundesrätlichen Tarifeingriffs

2016 stiegen die Kosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) pro ver-sicherte Person um 3,8 Prozent. Vor dem Hintergrund nur schwach steigender Löhne und einer geringen Teuerung ist dieses seit Jahren zu beobachtende Wachstum zu Lasten der Versicherten besonders bedenklich. Bei den grössten Kostenblöcken verzeichneten 2016 die ambulanten Spitalkosten mit +8,0 Prozent die stärkste Zunahme. Vom Tarifeingriff des Bundesrates bei den ambulanten Leistungen erwartet santésuisse für 2018 keine spür-bare kostensenkende Wirkung.


19.09.2017
Brennpunkt

Gesundheitspolitik Nr. 3/2017

Fragwürdiger Franchisenentscheid - Verpasste Chance Zulassungssteuerung - Versorgungsregionen


13.07.2017
Communiqué

Spitalambulatorien und Arztpraxen sind die grössten Kostentreiber

Die Gesundheitskosten stiegen im Jahr 2016 unvermindert an. Mit einem Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr betragen die Gesundheitskosten, die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gedeckt werden, mittlerweile 31,6 Milliarden Franken. Prämienzahler greifen für deren Finanzierung tief in die Tasche. Und es wird immer teurer. Für das laufende Jahr 2017 werden weitere Kostenschübe erwartet.


05.07.2017
Communiqué

Die Zulassungssteuerung für Ärzte verkommt zu 26 Bürokratiemonstern

Der Vorschlag des Bundesrates zur Zulassungssteuerung von Ärztinnen und Ärzten ist mutlos und bringt keinen wesentlichen Fortschritt gegenüber der heutigen Regelung. Im Gegenteil, der Bundesrat ignoriert den Willen des Parlaments, welches über Jahre echte Alternativen verlangt hat. Stattdessen sollen nun die Kantone Höchstzahlen pro ärztliches Fachgebiet entwickeln, um der Überversorgung zu begegnen.


23.06.2017
Vernehmlassung

santésuisse begrüsst im Grundsatz den bundesrätlichen Eingriff in den ambulanten Arzttarif TARMED

santésuisse steht dem bundesrätlichen Eingriff in den ambulanten Arzttarif TARMED im Grundsatz wohlwollend gegenüber. Positiv sind einzelne vorgeschlagene Massnahmen für eine transparente Rechnung gegenüber den Patienten sowie die Umwandlung von Handlungsleistungen in Zeitleistungen und die Präzisierung der Position „Arztleistung in Abwesenheit des Patienten“. Allerdings soll gemäss Bundesrat der TARMED ein Einzelleistungstarif bleiben, mit den einem Einzelleistungstarif inhärenten Schwächen. Die heute offen gestaltete Einzelleistungstarifstruktur ist mitverantwortlich für das seit Jahren überdurchschnittliche Kostenwachstum im ambulanten Bereich, da diese falsche Anreize bezüglich Effizienz, Qualität und Abrechnungsverhalten setzen kann. Für häufige Eingriffe sind Pauschalen nach wie vor die richtige Lösung, anstelle die Addition von zahlreichen Einzelleistungspositionen für denselben Eingriff. Tarifstruktur Physiotherapie: Die vorgeschlagenen Änderungen und Ergänzungen sind aus Sicht von santésuisse richtig und notwendig. Die Massnahmen dienen der Verbesserung der Verständlichkeit und der Transparenz der Tarifstruktur. Insbesondere ist die Erwähnung der für die Abrechnung einer Leistung notwendigen Behandlungszeit auch für die Patienten von Vorteil, da sie anhand der Rechnung die erbrachte Leistung besser kontrollieren können.


22.06.2017
Communiqué

Mehr Qualitäts- und Preiswettbewerb statt Kantönligeist

Die höhere Mobilität motiviert Patientinnen und Patienten, eine ambulante medizinische Behandlung ausserhalb ihres Wohnkantons zu beanspruchen. Dies ist das Resultat einer Studie von santésuisse über die Struktur der Patientenströme erstmals unter Einbezug der Spitalambulatorien in der Schweiz.


22.03.2017
Communiqué

Bundesrat baut TARMED um, aber der Einzelleistungstarif bleibt bestehen

Der Bundesrat hat im Rahmen seiner subsidiären Kompetenz heute einen Eingriff in den ambulanten Arzttarif TARMED beschlossen, mit dem Ziel, die Kosten der ambulanten Arztleistungen in Praxis und Spital zu senken. Die Tarifpartner santésuisse und fmCh Tarifunion bezweifeln, dass mit einem nach wie vor sehr differenzierten Einzelleistungstarif eine spürbare Kostensenkung möglich ist. Mit der Einführung von ambulanten Pauschalen hätte der Bundesrat die Chance gehabt, eine wesentlich zukunftsträchtigere Lösung zu liefern.


03.03.2017
Brennpunkt

Gesundheitspolitik Nr. 1/2017

Schlechter als ein Münzenwurf --- Bitte kein Blindflug --- Qualitätsmessungen auch bei ambulanten Leistungen


15.02.2017
infosantésuisse-Artikel

Neue Wege bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung

Seit 2013 verpflichtet das Krankenversicherungsgesetz Versicherer und Leistungserbringer, gemeinsam eine Methode zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit medizinischer Leistungen vertraglich festzulegen. Als Prüfmethode hat sich ein paritätisch zusammengesetztes Projektteam, bestehend aus Vertretern von santésuisse, curafutura und FMH, auf die Varianzanalyse geeinigt, die mit zusätzlichen Morbiditätsfaktoren weiterentwickelt wird. Jetzt haben sich die Vertragsparteien darauf geeinigt, dieses statistische Modell der Wirtschaftlichkeitsprüfung extern validieren zu lassen.


28.11.2016
Brennpunkt

Gesundheitspolitik 4/2016

Weg mit überflüssigen und unwirksamen Leistungen!


28.10.2016
Communiqué

Ärztlicher Pauschaltarif dem Bundesamt für Gesundheit eingereicht

Vor dem Hintergrund der blockierten Verhandlungen zur Revision des Ärztetarifs TARMED entwickelten santésuisse und die fmCh Tarifunion gemeinsam einen ärztlichen Pauschaltarif für den ambulanten ärztlichen Bereich, der heute fristgerecht dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zur Kenntnis gebracht wird.


28.09.2016
infosantésuisse

infosantésuisse Nr. 4/2016

Die Nummer 4 von infosantésuisse, dem Magazin der Schweizer Krankenversicherer, ist erschienen.


28.09.2016
infosantésuisse-Artikel

Revision des ambulanten Arzttarifs TARMED

Die Tarifparteien haben vom Bundesrat eine viermonatige Nachfrist bis Ende Oktober 2016 erhalten, um gemeinsam einen revidierten ambulanten Arzttarif TARMED einzureichen. santésuisse schlägt die kapitelweise Überarbeitung der bestehenden Tarifstruktur als pragmatische Alternative zu einer innert dieser Frist nicht realisierbaren gemeinsamen Totalrevision durch die Tarifpartner vor. Mit Pauschalen sollen die Anreize zur Mengenausweitung vermindert und die Abrechnung der Leistungen vereinfacht werden.


15.09.2016
Communiqué

Ungebrochenes Kostenwachstum bei den ambulanten Behandlungen

2015 stiegen die Kosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) pro versicherte Person um 3,9 Prozent. Das grösste Kostenwachstum verzeichneten 2015 die ambulanten Arztkosten mit +5,7 Prozent. Auch im ersten Halbjahr 2016 stiegen die ge-samten Gesundheitskosten pro versicherte Person im Vergleich zur Vorjahresperiode um +4,3 Prozent an. santésuisse fordert griffige Gegenmassnahmen um den Kostenanstieg zu bremsen.


12.09.2016
Brennpunkt

Gesundheitspolitik Nr. 3/2016

Schritt für Schritt - Der Prämienzahler als Mäzen der Pharmaindustrie? - Verhinderungsstrategie der FMH


12.09.2016
Brennpunkt-Artikel

Schritt für Schritt - Der ambulante Ärztetarif TARMED soll kapitelweise revidiert werden

Die vom Bundesrat gewährte Nachfrist zur Revision des ambulanten Ärztetarifs ändert nichts an den Konstruktionsmängeln: Der mengentreibende Einzelleistungstarif muss mindestens teilweise mit Pauschalen ersetzt werden. Eine Totalrevision bis Ende Oktober 2016 ist dagegen nicht realisierbar.


12.07.2016
Communiqué

Mitteilung: Hohes Kostenwachstum bei den Medikamenten und Arztleistungen

santésuisse rechnet für 2016 mit einem Anstieg der Gesundheitskosten von rund 3,5 Prozent pro versicherte Person. Das grösste Wachstum ist bei den Medikamenten und bei den niedergelassenen Ärzten zu erwarten. Bei den Medikamenten ist der Kostenschub auf die ausgebliebenen Preissenkungen zurückzuführen. Bei den Ärzten hat die Zahl der Konsultationen mehr als das Bevölkerungswachstum zugenommen. Für 2017 wird ein Wachstum der Gesundheitskosten von rund 3,5 Prozent erwartet.


23.06.2016
Communiqué

Die häufigsten Behandlungen sollen mit qualitätsbezogenen Pauschalen vergütet werden

Der Verwaltungsrat santésuisse lehnt die neue Tarifstruktur für ambulante ärztliche Leistungen einstimmig ab. Der von der Ärztevereinigung FMH, H+ Die Spitäler der Schweiz und der Medizinaltarif-Kommission UVG (MTK) sowie mit Unterstützung des Versichererverbandes curafutura entwickelte Arzttarif «ats-tms» hätte Mehrkosten in Milliardenhöhe zur Folge. Für die Versicherten sind die dadurch verursachten Steigerungen der Krankenkassenprämien nicht zumutbar.


23.06.2016
Vernehmlassung

Änderung von Verordnungen zum Medizinalberufegesetz

santésuisse befürwortet, dass in der Verordnung zum Medizinalberufegesetz die Mindestanforderungen an die Sprachkenntnisse künftiger Leistungserbringer konkretisiert werden. Zu begrüssen ist, dass die Berufsregisterdaten von den berechtigten Kreisen zu statistischen oder Forschungszwecken verwendet werden dürfen


21.06.2016
Communiqué

125 Jahre im Dienste der Versicherten - Gesundheitswesen gestalten, Qualität erhöhen, Kosten eindämmen

Vor genau 125 Jahren, 1891, wurde die Vorgängerorganisation von santésuisse, das «Konkordat» gegründet – aus dem Bedürfnis, Lücken beim Versicherungsschutz für Versicherte zu schliessen. Heute sind der medizinische Fortschritt, die demografische Veränderung und der anhaltende Kostenanstieg die Herausforderungen. Als führender Kran-kenversicherungs-Verband prägt santésuisse mit Fachwissen und innovativen Lösungsvorschlägen die zeitgemässe Ausgestaltung des Gesundheitswesens.


09.06.2016
infosantésuisse-Artikel

TARMED-Revision wieder auf Kurs bringen!

Der von FMH, H+ und MTK ausgearbeitete Vorschlag für eine neue Tarifstruktur für ambulante Arztleistungen ist erst vage bekannt und schon hagelt es Kritik. santésuisse lehnt gemeinsam mit der fmCh Tarifunion der Fachärzte den Vorschlag ebenso ab wie die Haus- und Kinderärzte. Eine sofortige Kurskorrektur tut Not.


27.05.2016
Brennpunkt

Brennpunkt Gesundheitspolitik Nr. 2/2016

Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht - Qualitätswettbewerb zum Durchbruch verhelfen - Freie Spitalwahl nur im eigenen Kanton?


17.05.2016
Communiqué

Keine Trendwende: starkes Kostenwachstum im ersten Quartal 2016

Die Kosten der obligatorischen Krankenversicherung steigen in den ersten Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,8% auf fast 8 Milliarden Franken. Ein besonders starkes Wachstum weisen die Kosten ambulanter Behandlungen im Spital und die Kosten niedergelassener Ärzte auf.


18.04.2016
Medienkonferenz

TARMED-Revision: Kollateralschäden vermeiden - Sofortige Kurskorrektur gefordert

Ein Gutachten, welches santésuisse und die fmCh Tarifunion in Auftrag gegeben haben, zeigt gravierende Mängel beim revidierten TARMED. Um Kollateralschäden zu vermeiden, ist eine sofortige Kurskorrektur unumgänglich. Die fmCh Tarifunion und santésuisse bekräftigen mit dem gemeinsamen Auftritt, dass ihnen die Tarifpartnerschaft und die Tarifautonomie wichtig sind.


06.04.2016
Brennpunkt

Brennpunkt Gesundheitspolitik Nr. 1/2016

Planwirtschaft bekämpft eigene Symptome - Nein zu Ausschaltung der Tarifpartner und zur Mehrbelastung der Prämienzahler - santésuisse fordert Rekursrecht gegen überhöhte Medikamentenpreise


06.04.2016
Communiqué

Der Kostenanstieg kann mit anderen Mitteln gebremst werden

Der heutige Entscheid des Bundesrates für eine befristete Verlängerung des Zulassungsstopps für Ärzte ist lediglich ein Ja zu einer Notlösung. santésuisse fordert, dass rasch und ernsthaft die Alternativen geprüft werden.


23.01.2016
Communiqué

santésuisse begrüsst Gründung der fmCh Tarifunion

santésuisse begrüsst die Gründung der von den Facharztgesellschaften und weiteren Organisationen getragenen fmCh Tarifunion. Dieser Schritt schafft gute Voraussetzungen für innovative Lösungen bei der Tarifierung von Arztleistungen.


01.01.2016
infosantésuisse-Artikel

«Die Fokussierung auf ein einzelnes Instrument ist nicht zielführend»

Der Regierungsrat des Kantons Zürich verzichtete 2013 darauf, den Zulassungsstopp wieder einzuführen. Dies aufgrund der Erfahrungen, die damit bis Ende 2011 gemacht wurden. Regierungsrat Thomas Heiniger begründet im Interview mit infosantésuisse: «In all den Jahren konnte der Beweis nicht erbracht werden, dass sich der Zulassungsstopp im erhofften Ausmass dämpfend auf die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen ausgewirkt hat.» Ausserdem würden Spitalärzte in Privatpraxen gedrängt.


30.11.2015
Brennpunkt

Brennpunkt Gesundheitspolitik Nr. 4/2015

Es droht finanzieller Kollaps auf Raten - Gesundheitssystem braucht Qualitätswettbewerb - Effizienzgewinne an Krankenversicherung weitergeben


23.09.2015
Medienkonferenz

Kostenwachstum im ambulanten Bereich am stärksten

Das grösste Kostenwachstum in den letzten zehn Jahren verzeichnen die ambulanten Spitalabteilungen (66 Prozent von 2005 bis 2014) und die niedergelassenen Ärzte (34 Prozent von 2005 bis 2014). Auch der Bereich Spital stationär zeigt in diesem Zeitraum auf einem hohen Niveau eine Kostensteigerung von 20 Prozent. Das systematisch überhöhte Wachstum gefährdet die Zukunft der sozialen Krankenversicherung.


09.09.2015
Brennpunkt

Brennpunkt Gesundheitspolitik Nr. 3/2015

Verordnungen sind zusehends ein Ärgernis - Ambulante Planwirtschaft und kein Ende - Sinnvoller Umgang mit dem Territorialprinzip!


07.09.2015
Vernehmlassung

Beitritt zur Interkantonalen Vereinbarung vom 20. November 2014 über die kantonalen Beiträge an die Spitäler zur Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung und deren Ausgleich unter den Kantonen (Weiterbildungsfinanzierungsvereinbarung, WFV)

santésuisse begrüsst das Bestreben der Kantone, die Vergütung gemeinwirtschaftlicher Leistungen einheitlich zu regeln, und den angestrebten Beitritt des Kantons Bern zur Interkantonalen Vereinbarung vom 20. November 2014 über die kantonalen Beiträge an die Spitäler zur Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung und deren Ausgleich unter den Kantonen.


03.09.2015
Communiqué

Mehr Markt, damit unsere Krankenversicherung bezahlbar bleibt

Bei den Vorlagen zur ambulanten Steuerung und zur Revision des Heilmittelgesetzes (HMG) geht es um viel Einfluss und Geld. santésuisse fordert das Parlament auf, nicht auf die bundesrätliche Planwirtschaftsvorlage zum ambulanten Bereich einzutreten. Bei der Revision des Heilmittelgesetzes sind zu Gunsten einer bezahlbaren Krankenversicherung die Rabatte für Medikamente zu erhalten und die innovationsfeindliche, preistreibende Marktexklusivität ist abzulehnen.


17.07.2015
Communiqué

Erhebliches Kostenwachstum im ambulanten Bereich

santésuisse rechnet für 2015 mit einem Anstieg der Gesundheitskosten von 3,5 Prozent pro versicherte Person. Das grösste Wachstum ist bei den niedergelassenen Ärzten und beim Spital ambulant zu erwarten. Die Hauptgründe für das ungebremste Kostenwachstum liegen bei der stark gestiegenen Anzahl Ärzte und den höheren Kosten pro ambulante Behandlung. Für 2016 wird ein leicht tieferes Wachstum der Gesundheitskosten von knapp drei Prozent erwartet.


09.07.2015
Referat

Status quo und Perspektive der ambulanten Versorgungsplanung Schweiz

Verena Nold, Direktorin santésuisse, DSGG-Konsultation 2015


29.05.2015
Brennpunkt

Brennpunkt Gesundheitspolitik Nr. 2/2015

Mehr Augenmass und weniger Bürokratie - Zulassungsstopp für Ärzte Hemmschuh für bessere Qualität und tiefere Kosten - Tiefere Preise für Medikamente sowie für Mittel und Gegenstände!


17.04.2015
Communiqué

santésuisse ist gegen die kantonale Steuerung des ambulanten Bereichs

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N) hat Eintreten auf die Vorlage zur Steuerung des ambulanten Bereichs (15.020) entschieden. santésuisse bedauert diesen Entscheid. Bei einer Annahme der Vorlage des Bundes würden die planwirtschaftlichen Eingriffe der Kantone nochmals verstärkt. Auch würde eine Zulassungssteuerung der Leistungserbringer durch die Kantone die Qualität nicht verbessern. Schliesslich trägt eine solche Lösung auch nicht zur Verringerung der Gesundheitskosten bei. Für santésuisse ist zentral, dass die Entwicklung der ambulanten Versorgung im Einklang mit den Leitgedanken eines freiheitlichen und liberalen Gesundheitssystems steht.


24.11.2014
Brennpunkt

Brennpunkt Gesundheitspolitik Nr. 4/2014

Ärztestopp von heute ist Fehlplanung von morgen - HMG: Auch Versicherte sollen von Rabatten profitieren! - Arzttarif TARMED ohne Mehrkosten revidieren


06.10.2014
Vernehmlassung

Teilrevision des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG): Steuerung des ambulanten Bereichs

Für santésuisse ist zentral, dass eine Steuerung der ambulanten Versorgung im Einklang mit den Leitgedanken eines freiheitlichen und liberalen Gesundheitssystems steht. Der vorliegende Modellvorschlag des Bundes unterstützt diese Leitgedanken nicht und verfehlt darüber hinaus seine Wirkung bezüglich Kostenkontrolle.


03.03.2014
Brennpunkt

Brennpunkt Gesundheitspolitik Nr. 1/2014

Generika fast anderthalb Mal so teuer wie im Ausland - santésuisse für Besserstellung der Grundversorger - "Chinesische Mauern" führen zu Bürokratie und Prämienschub


03.02.2014
Vernehmlassung

Entwurf der Verordnung über die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung

Die Tarifstruktur TARMED basiert auf lückenhaften und veralteten Berechnungsgrundlagen. Für santésuisse besteht folglich seit langem Revisionsbedarf. Die neusten Berechnungen von santésuisse zeigen, dass alleine bei vier Parametern des TARMED (quantitative Dignitäten, Minutagen, Sach- und Umlagekostensatz sowie Spartenproduktivtäten) ein Effizienzpotential von rund Franken 600 Millionen besteht.


31.01.2014
Communiqué

Ärztetarife: Gesamtrevision und Neuorganisation parallel vorantreiben

Eine Revision des ambulanten Ärztetarifs TARMED ist überfällig. Die geltenden Tarife sind überholt. Eine von den Tarifpartnern eingesetzte Arbeitsgruppe prüft nun Möglichkeiten, die Gesamtrevision des Systems sowie eine mögliche Neuorganisation der Organisation TARMED Suisse gleichzeitig voranzutreiben. Weiterhin soll das System kostensteuernd wirken. Änderungen an Tarifpositionen dürfen nicht auf die Prämienzahler abgewälzt werden.


13.01.2014
Vernehmlassung

Teilrevision der Registerverordnung MedBG

santésuisse lehnt den vorgeschlagenen Art. 7ter der Registerverordnung MedBG ab.


11.02.2013
Communiqué

Nachvollziehbarer Entscheid der Ständeratskommission

Das Nein der Gesundheitskommission des Ständerates zur Wiedereinführung der Zulassungsbeschränkung für Ärzte ist nachvollziehbar. Der Zulassungsstopp ist ein planwirtschaftlicher Eingriff ohne Nachhaltigkeit. Bessere Lösungen sind nötig.


07.02.2013
Communiqué

FMH und santésuisse unterzeichnen Absichtserklärung

Die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH und der Branchenverband der Krankenversicherer santésuisse unterschreiben eine gemeinsame Absichtserklärung betreffend der Weiterentwicklung des Verfahrens zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit. Ärzteschaft und Versicherer wollen gemeinsam bis Ende 2013 ein transparentes Verfahren entwickeln. Sie sind sich jedoch bewusst, dass nicht alle Schritte innert Jahresfrist beendet werden können.


Ansprechpartner

Ziel und Zweck der santésuisse-Wirtschaftlichkeitsprüfungen

Die Schweiz leistet sich ein teures Gesundheitswesen mit sehr gutem Zugang der Versicherten zu allen gesetzlichen Leistungserbringern. Die freie Arztwahl ermöglicht den Versicherten den direkten Zugang auch zu Fachspezialisten. Die heutige Verrechnungspraxis über Einzelleistungen macht für Leistungsanbieter das Erbringen - oder Verrechnen - möglichst vieler Leistungen attraktiv.

Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) verlangt, dass die Krankenversicherer die Leistungen aller zugelassenen Leistungserbringer übernehmen müssen. Die Abrechnung der frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte erfolgt seit 2004 nach TARMED (Details siehe www.tarmedsuisse.ch ). Dieses äusserst komplexe und für die Versicherten kaum verständliche Tarifwerk mit mehr als 4800 Tarifpositionen stellt hohe Anforderungen an die Leistungskontrolle. Der Bund überträgt den Versicherern die Kontrolle über die Einhaltung der Wirtschaftlichkeit. Diese Kontrollfunktion wird primär über die stetige Einzelrechnungskontrolle durch die Krankenversicherer sichergestellt. Gemäss Umfragen bei den grössten Krankenversicherern werden dadurch rund 1.5 Milliarden Franken pro Jahr zu Gunsten der Prämienzahler eingespart.

Statistische Methode

Nachgelagert überprüft der Branchenverband santésuisse mittels statistischen Analysen die Wirtschaftlichkeit der gesamten, von den Leistungserbringern zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) abgerechneten Leistungen. Die Wirtschaftlichkeitsprüfungen von santésuisse ermöglichen zum Beispiel den Ärztinnen und Ärzten den Vergleich mit Kolleginnen und Kollegen. Sie dienen dazu, dem statistisch auffälligen Arzt Informationen zu geben, wo er hinsichtlich der Durchschnittskosten pro Patient steht. Mit welchen fachlichen Entscheiden er diese Kosten auf das Niveau seiner Kollegen mit vergleichbaren Patientenstrukturen bringt, erfährt er eher von seinen wirtschaftlich arbeitenden Kollegen als von santésuisse. Das Recht jedes Patienten auf eine wirksame, zweckmässige und wirtschaftliche Behandlung hat die gleiche Priorität wie das Recht des Kollektivs aller Prämienzahlenden, dass mit den Prämien der sozialen Krankenpflegeversicherung wirtschaftlich umgegangen wird. Die Wirtschaftlichkeitsprüfungen von santésuisse verfolgen primär das Ziel präventiv zu wirken. So zeigen jüngste Analysen auf, dass jährlich rund 130 Millionen Franken an unnötigen Leistungen zu Lasten der OKP durch die santésuisse Wirtschaftlichkeitsprüfungen vermieden werden können.

Mehrstufiges Verfahren

Die santésuisse-Wirtschaftlichkeitsprüfungen basieren auf einem mehrstufigen Prüfverfahren und werden schweizweit nach denselben Massstäben und Kriterien durchgeführt. Statistisch auffälligen Ärztinnen und Ärzten wird dadurch mehrfach die Gelegenheit gegeben, sich über ein allfällig von der Norm abweichendes Patientengut zu äussern. Wie dem Ablaufschema entnommen werden kann, bieten wir den Ärzten die Möglichkeit, sich sowohl schriftlich wie auch mündlich äussern zu können.

 

 

Die vertrauensärztliche Tätigkeit bei santésuisse

Die Grundlagen für die vertrauensärztliche Tätigkeit  bilden die einschlägigen Artikel des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) sowie der Vertrauensarztvertrag zwischen santésuisse und der Verbindung der schweizerischen Ärztinnen und Ärzte (FMH).

Die klassischen Aufgaben eines vertrauensärztlichen Dienstes bei einem Krankenversicherer nach KVG liegen in der Beratung in medizinischen Fachfragen sowie in Fragen der Vergütung und der Tarifanwendung (Art. 57 KVG). Dies unter Berücksichtigung der Wirksamkeits-, Zweckmässigkeits-  und Wirtschaftlichkeitskriterien (Art. 32 KVG). 

Die vertrauensärztlichen Tätigkeiten bei santésuisse unterscheiden sich im Grundsatz nur unwesentlich von derjenigen im Dienste eines Krankenversicherers. Dennoch gibt es Unterschiede. Das Tätigkeitsgebiet lässt sich grob in folgende Bereiche aufteilen:

Vertretung santésuisse

Der vertrauensärztliche Dienst vertritt santésuisse – wo dies nötig und angebracht ist – beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), bei der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) im Bereich der hochspezialisierten Medizin, beim Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF), in der unter der Leitung des BAG stehenden Arbeitsgruppe OSUR (Optimierung des Strahlenschutzes bei dosisintensiven Untersuchungen in der Radiologie) im Rahmen der klinische Audits sowie bei der Schweizerischen Gesellschaft der Vertrauens- und Versicherungsärzte (SGV). 

Teilnahme an Wirtschaftlichkeitsprüfungen (WP)

Der vertrauensärztliche Dienst übt im Rahmen der WP diverse Tätigkeiten aus. Ziel dieser  Prüfungen ist es,  „statistisch auffällige“ Leistungserbringer zu erkennen, deren Kosten signifikant über dem Durchschnitt der jeweiligen Leistungserbringergruppe liegen. 

Medizinische Beratung bei der Berechnung neuer und Entwicklung bestehender Tarife

Der Rat des vertrauensärztlichen Dienstes ist insbesondere dann gefragt, wenn es darum geht neue medizinische Verfahren  einer medizinischen und tarifarischen Beurteilung zu unterziehen, die offiziell zu neuen Pflichtleistungen der sozialen Krankenversicherung ernannt wurden. Ausserdem hilft der vertrauensärztliche Dienst bei der Ergänzung bzw. Weiterentwicklung von bereits bestehenden Tarifen als Folge des medizinischen bzw. medizinischen-technischen Fortschritts, wie beispielsweise der TARMED oder die paramedizinischen Tarife (Physiotherapie, Ergotherapie usw.). Schliesslich unterstützt der vertrauensärztliche Dienst die santésuisse-internen Fachbereiche bei der Analyse von medizinischer Statistiken mittels Daten des Daten- bzw. des Tarifpools.

Vertrauensarzt als Tutor

Im Rahmen des Bildungsangebots von santésuisse leistet der vertrauensärztliche Dienst wertvolle Beratungs- und Betreuungsdienste.

Kategorie


TARMED (Allgemein)

Als Mengenregel gelten, wie übrigens bei allen TARMED-Pflichtleistungen, die WZW-Kriterien nach KVG, sowie die Einschränkungen nach KLV.

Das Kind ist ab Geburt OKP-versichert, so dass keine Veranlassung besteht, die Kosten gemäss (TARMED-) Tarifposition Nr. 03.0240 über die Versicherung der Mutter abzurechnen. Insbesondere bei der Hausgeburt, die ambulant durchgeführt wird, kann diese Position separat verrechnet werden. Anders ist es, wenn die Mutter im Spital stationär gelegen ist, dann sollten diese Leistungen in der Fallpauschale enthalten sein.
 
Zu beachten gilt die Dignität, über die der Facharzt verfügen sollte:
FMH 5:

     

  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Neonatologie
  • Neuropädiatrie
  •  

Diese Leistungen sind nicht tarifiert.

Wir empfehlen deshalb die Leistungen mittels den bestehenden Pauschalverträgen abzugelten (siehe Rundschreiben78/ 2002, 123/2002, 01/2003, 34/2003, 37/2003).

Dazu muss noch gesagt werden, dass die Klinik im Park (C7351.01) seit der Anschaffung des Cyber-Knife in der Klinik Hirslanden über kein Gamma-Knife – Gerät mehr verfügt.

Cyber-Knife ist einem Linearbeschleuniger gleichgesetzt und wird somit wie folgt abrechnet:

Stereotaktische Radiotherapie:

     

  • Position 32.0610 Stereotaktische Radiotherapie, erste Fraktion
  • Position 32.0615 Stereotaktische Radiotherapie, zweite bis sechste Fraktion
  •  

 

Die Position 12.0020 wird als Analogieposition zur Verrechnung einer indirekten Laryngoskopie herangezogen und mit der Position 10.0050 kumuliert. Der Gebrauch der Position 12.0020 als Analogieposition für die indirekte Laryngoskopie - sofern gleichzeitig die Position 10.0050 verrechnet wird (!) - erscheint uns als nicht zulässig, da bei der Position 10.0050 in der Interpretation bereits jede Methode enthalten ist

Wir verstehen die Interpretation deshalb in dem Sinne, dass die indirekte Laryngoskopie in der Position 10.0050 aufgrund des Hinweises „jede Methode“ ebenfalls eingeschlossen ist, wenn gleichzeitig eine Nasenendoskopie erfolgt.

Wird nur die indirekte Laryngoskopie durchgeführt, müsste analog der Epipharyngoskopie die Position 12.0020 verrechnet werden können.

Nach vorgängiger Absprache zwischen Kostenträger und Leistungserbringer kann dieser Aufwand gemäss Position 00.0095 (Wegentschädigung) abgerechnet werden.

Nach Rücksprache mit der zuständigen internen Fachstelle für Paramedizin sind wir der Ansicht, dass diese Leistungen aufgrund der Ausführung durch Pflegefachfrauen/-männer (Spitex) keine Leistung für TARMED (Arzttarif) sind.

In der KI-02.04-2 wird auf die ausnahmsweise Verrechnung gemäss bilateralen Vereinbarungen hingewiesen. Grundsätzlich ist für nicht-ärztliches Personal keine Wegentschädigung vorgesehen. Dies weil es sich um delegierte Tätigkeit handelt und diese unter Aufsicht eines Arztes in der Praxis zu erfolgen hat.

Ausnahmsweise kann im begründeten Einzelfall (nach vorheriger Rücksprache) eine Entschädigung zwischen Versicherer und Arzt vereinbart werden. Als Referenzwert ist unseres Erachtens die Position 00.0150 (Medikamentenverabreichung durch nichtärztliches Personal, 8.19 Taxpunkte pro 5 Minuten) geeignet.

Es sind keine allgemeinen bilateralen Vereinbarungen zwischen santésuisse und den Leistungserbringern vorgesehen. Dies würde nur zu einer nicht-gewollten Ausweitung und damit nicht vorgesehenen Mehrkosten führen. Auch die PTK/PIK von TARMED SUISSE ist auf entsprechende Anträge von Leistungserbringern nicht eingetreten.

Bitte beachten Sie auch, dass in der Arztpraxis keine Spitexleistung (psychiatrische / psychogeriatrische Grundpflege zu Hause) gemäss Art. 7 Abs. 2, litt. C 2 der KLV zu Lasten KVG verrechnet werden dürfen.

 

Die Angabe der EAN - Nr. des verordnenden Arztes auf dem Rezeptformular ist notwendig. Dies auch wenn der Leistungserbringer ein Spital ist.

Die Massnahmen der Prävention sind abschliessend. Es dürfen keine anderweitige (bspw. Tabakprävention) und keine damit verbundenen Leistungen wie Hausbesuche etc. nach KVG abgerechnet werden.

Leistungserbringer kann nur ein Arzt (allenfalls ein Spital) mit entsprechender Bewilligung und keine Institution sein.

Ja, es müssen zwei getrennte Rechnungen gestellt werden, wenn der Arzt einen Patienten in der gleichen Sitzung wegen Krankheit und Unfall behandelt, unabhängig davon, ob es sich um einen Unfall gem. KVG oder gem. UVG handelt.

Die gesamte Behandlungszeit ist korrekt auf die beiden Fallkategorien aufzuteilen.

Eine Leistung gilt dann als präventiv, wenn sie nicht Diagnose einer vermuteten resp. nicht Behandlung einer bekannten Krankheit im Sinne von Art. 3 ATSG (Bundesgesetz über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts) ist. Wird anlässlich einer als präventiv gedachten Untersuchung ein behandlungsbedürftiger Befund festgestellt, so ist diese Untersuchung als normale diagnostische Leistung abzurechnen.

Nach TARMED-Vertrag sind nachfolgende Rundungsregeln vorgesehen:

     

  • Auf Positionsebene werden die ärztliche und die technische Leistung auf 1 Rappen gerundet. Diese beiden Beträge ergeben dann den Positionsbetrag auf 1 Rappen genau.
  • Die Rundung auf 5 Rappen erfolgt auf der Gesamtsumme der Positionsbeträge.
  •  

Diese Regeln gelten für alle TARMED-Rechnungen

Pharmakopöe-Rezepturen sind nach Arzneimittelliste mit Tarif (ALT), herausgegeben vom EDI, in Rechnung zu stellen.

Dabei sind Pharmakopöe-Rezepturen bei den EDV-Anwendungen, die uns bekannt sind, als „Medikamente“ mit freiem Text und freien Beträgen einzugeben.

Nein. Der Praxisstandort gilt als Arbeitsplatz des Arztes. Der Weg zum Arbeitsplatz kann nicht verrechnet werden.

Massgebend für den anzuwendenden Taxpunktwert ist das Feld „Partnerart“ der ZSR-Nummer. Handelt es sich um eine Partnerart aus dem ärztlichen Bereich z. B. "Allgemeine innere Medizin", so gilt der Arzt-Taxpunktwert. Handelt es sich um eine Partnerart aus dem Spital-Bereich z.B. "Allgemeinspital mit 500 und mehr Betten", so gilt der Spital-Taxpunktwert.

Nein. Es dürfen keine Zuschläge für die Behandlung ausserkantonaler Patienten verrechnet werden.

Nein. Massgebend ist der Einzelpreis. Ist dieser unter Fr. 3.- kann nicht verrechnet werden. Die 3-Franken-Grenze kann nicht durch Grosspackungen umgangen werden.

Nein, das Kalendarium muss bei jeder einzelnen Position angegeben werden.

 

Nein. Massgebend für den Taxpunktwert bei Ärzten in freier Praxis ist der Standortkanton der Arztpraxis.

 

Nein. Das Verfassen eines Berichtes wird nur einmal bezahlt, unabhängig von der Anzahl der erstellten Exemplare (KI 00.06-6).

In TARMED existiert keine Tarifposition für eine geplante ärztliche Konsultation, die wegen Nichterscheinens nicht stattfinden konnte; dies ist auch keine Pflichtleistung gemäss KVG. Eine entsprechende Rechnung eines Leistungserbringers darf vom Versicherer nicht bezahlt werden.

Eine ärztliche Konsultation ist ein Auftrag gemäss ZGB und bei Nichterscheinen des Patienten kann der Schaden dem Patienten in Rechnung gestellt werden. Der Arzt (oder das Spital) muss seinen Schaden aber beweisen können.

 

Nein. Da die Lungenliga kein ärztlicher Leistungserbringer ist, kann sie diese TARMED-Positionen nicht abrechnen. Siehe auch KLV Anhang 1, Ziff. 2.1.

Die Angabe der Versichertennummer ist für den Versicherer hilfreich, aber laut vertraglicher Vereinbarung nicht zwingend erforderlich.

Für Nicht-Pflichtleistungen gibt es keinen gesetzlichen Tarifschutz nach KVG. Es besteht höchstens ein vertraglicher Tarifschutz, wenn dies zwischen Versicherer und Leistungserbringer für den Zusatzversicherungsbereich (VVG) vereinbart wäre.

Die Zeiten „Vor- und Nachbereitung“ und „Bericht“ sind in der Zeit „Leistung im engeren Sinne“ nicht inbegriffen. Zusammen bilden die drei Zeitelemente die Grundlage für die Berechnung der ärztlichen Leistung.

Spitäler, welche ambulante, ärztliche Leistungen nicht nach TARMED abrechnen, gibt es nicht. TARMED ist die vom Bundesrat genehmigte Tarifstruktur für die Verrechnung von ärztlichen  Einzelleistungen im ambulanten Bereich. Nach anderen Tarifen erstellte Rechnungen für ärztliche Einzelleistungen mit Behandlungsdatum nach dem 01.01.04 sind zurückzuweisen.

Die Liste der Spartenanerkennung wird, sobald sie in definitiver Form von H+ und FMH erstellt worden ist, z.H. der Versicherer auf der Homepage von santésuisse publiziert.

Die TARMED-Positionen 37.0250 und 37.0260 (ärztliche Leistungen Histopathologie und Biopsien Kategorien II und III) können, wie in der technischen Interpretation angegeben, für Gewebeproben der gleichen Topographie/Lokalisation nicht kumuliert werden.

Nicht kumulierbar heisst, dass zwei oder mehrere Leistungen in der gleichen Sitzung nicht zusammen abgerechnet werden dürfen.

Nein. Es gibt keine speziellen TARMED Leistungspositionen für nicht-notfallmässige Konsultationen an Sonn- und Feiertagen (resp. nachts), welche nicht durch die Notfall-Inkonvenienzpauschale abgegolten sind. Nicht-notfallmässige Leistungen sind zum Normaltarif zu verrechnen.

Verbrauchsmaterial und Implantate sind separat verrechenbar, sofern der Einkaufspreis (inkl. MWST) pro Einzelstück CHF 3.-- übersteigt. Verrechnet wird der Einstandspreis (Stückpreis auf der Basis der Jahreseinkaufsmenge) plus ein Zuschlag von 10%. Für Verbrauchsmaterialien, die in der MiGeL oder in Verträgen aufgeführt sind, gelten maximal deren Preise.

Die Artikel sind mit Preisangabe und Abgabedatum (Datum der Sitzung) einzeln aufzuführen.

Ärzte, welche sich nicht über die qualitative Dignität „Kinder- und Jugendpsychiatrie“, „Psychotherapie“ oder „Psychiatrie und Psychotherapie“ ausweisen können, dürfen delegierte Psychotherapie (Kapitel 02.03) weiterhin verrechnen, wenn sie im Rahmen der Dignitätserhebung der FMH die Leistungen von Kapitel 02.01 “Psychiatrische Diagnostik und Therapie“ und von Kapitel 02.03 „Delegierte Psychotherapie in der Arztpraxis“ als Besitzstand angegeben und bei der FMH das Selbstdeklarationsformular für die Anerkennung der Sparte „Delegierte Psychotherapie in der Arztpraxis“ eingereicht haben. Die Spartenanerkennung ist auch für Ärzte erforderlich, welche über die oben erwähnte Dignität verfügen.

Listen über die berechtigten Arztpraxen ist in der Spartendatenbank aufgeführt.

Die Bezugsleistung ist anzugeben, da sonst keine korrekte Rechnungsstellung möglich ist. Die Angabe von Bezugsleistungen ist integraler Bestandteil des Tarifs und somit verpflichtend.

 

TARMED ist die vom Bundesrat genehmigte Tarifstruktur für die Verrechnung von ärztlichen Einzelleistungen im ambulanten Bereich. Andere Tarifstrukturen für die Verrechnung von ärztlichen Einzelleistungen, welche den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen (gesamtschweizerisch einheitlich / vom Bundesrat genehmigt) gibt es nicht. Rechnungen für ambulante ärztliche Einzelleistungen mit Behandlungsdatum nach dem 01.01.04, welche nicht TARMED-konform erstellt wurden, sind zurückzuweisen.

Nein. Mit der Einführung von TARMED gelten grundsätzlich keine Analogiepositionen mehr. Neue Leistungen bzw. Tarifpositionen müssen durch die Paritätische Tarifkommission (PTK) tarifiert und festgelegt werden.

Leistungen von Assistenzärzten werden immer unter der EAN-Nummer des verantwortlichen Ober-/Chefarztes verrechnet, wo die erforderlichen Dignitätsangaben hinterlegt sind. Dieser kann somit nicht zusätzlich zu seiner eigenen, zwar vom Assistenzarzt durchgeführten Sitzung, eine weitere verrechnen.

Hinweis:

Alle Assistenzärzte eines Spitals verfügen über eine einzige sog. Dummy-EAN-Nummer (EAN-Nummer des jeweiligen Spitals) ohne Dignitätsangaben.

Diese sind im Anhang des Rahmenvertrags zwischen der FMH und santésuisse definiert. Der Rahmenvertrag ist bei beiden Tarifpartnern erhältlich, bei santésuisse auch auf der Website.

 

Nein. TARMED ist ein Tarif für ärztliche Leistungen. Deshalb können ausschliesslich Ärzte und Spitäler über diesen Tarif abrechnen. Augenoptiker sind zudem grundsätzlich keine Leistungserbringer gemäss KVG.

Nein. TARMED-Positionen können Pflichtleistungen sein; es hat also auch TARMED-Positionen die Nicht-Pflichtleistungen sind. Zudem kann eine TARMED-Position je nach Situation sowohl Pflichtleistung wie auch Nicht-Pflichtleistung sein (z.B. Konsultation im Zusammenhang mit einer kosmetischen Operation, die selber keine Pflichtleistung ist).

Für Grenzgänger/-innen gelten bei Behandlung in der Schweiz die gleichen Bestimmungen wie für Versicherte mit Wohnsitz in der Schweiz (vgl. TARMED Rahmenvertrag Art. 2 litt. d).