Verschreibt der Arzt die Therapie, bezahlen die Krankenversicherer

Physiotherapeuten und weitere therapeutische Berufe wie Ergotherapeuten, Logopäden, Ernährungsberater und Pflegefachleute werden durch die Grundversicherung bezahlt, wenn die Behandlungen vom Arzt verschrieben werden.

Behandlungen und Beratungen von Physiotherapeuten, der Ergotherapeuten, Pflegefachfrauen, Logopäden und Ernährungsberater (Therapieberufe) werden von den Krankenversicherern bezahlt, falls ein Arzt die Behandlung verordnet. Dafür müssen die Therapeuten nach kantonalem Recht zugelassen sein und die entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen erfüllen.

Der Leistungsbereich umfasst alle Kosten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folge dienen. Die Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die KVG ist auch bei diesen Leistungen, dass sie wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind.

tarifsuisse ag verhandelt den Preis

Die Tarife für die Leistungen werden durch den jeweiligen Verband der Therapieberufe und tarifsuisse ag, eine Tochtergesellschaft von santésuisse, verhandelt. Die Verträge werden laufend an die aktuellen Bedingungen und Gegebenheiten angepasst. Die Anpassungen können kontinuierlich in kleinen Schritten oder gesamthaft im Rahmen einer Totalrevision erfolgen. Bevor diese in Kraft treten können, muss der Bundesrat die Tarifverträge genehmigen. Der Bundesrat überprüft dabei, ob der Tarif ausschliesslich die transparent ausgewiesenen Kosten berücksichtigt. Weiter darf der Tarif höchstens die Kosten, die für eine effiziente Leistungserbringung notwendig sind, decken. Drittens darf der Wechsel des Tarifmodells kein Mehrkosten verursachen.

Leistungserbringer sind für Qualität verantwortlich

Mit dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) sind 1996 auch die Bestimmungen zur Sicherung der Qualität der Leistungen in Kraft getreten. Es wird eine «qualitativ hoch stehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten» gefordert. Die Verantwortung für die Erarbeitung von Konzepten und Programmen rund um die Qualitätssicherung und  der Förderung der Qualität hat der Bund den Leistungserbringern oder deren Verbänden übertragen.

Gegen Leistungserbringer, welche sich weigern, an Massnahmen der Qualitätssicherung teilzunehmen, können Sanktionen ausgesprochen werden. Das Schiedsgericht entscheidet auf Antrag eines Versicherers über die Sanktionen. Die Palette reicht von schwächeren Formen (Verwarnung) über die gänzliche oder teilweise Rückerstattung der Honorare und Bussen, bis hin zu starken Sanktionsformen: Im Wiederholungsfall kann es dem Leistungserbringer verboten werden, über die Obligatorische Krankenpflegeversicherung abzurechnen. 

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