Spitalfinanzierung mit Fallpauschalen

Stationäre Spitalaufenthalte werden mit Fallpauschalen vergütet. santésuisse gestaltet die Umsetzung der seit dem 1. Januar 2012 angewendeten neuen Spitalfinanzierung aktiv mit und beobachtet ihre Auswirkungen.

Stationäre Behandlungen in den rund 280 Spitälern der Schweiz werden seit dem 1. Januar 2012 nach den Regeln der neuen Spitalfinanzierung mit Fallpauschalen vergütet. Die Einführung der neuen Spitalfinanzierung hat im Einführungsjahr zu einer einmaligen Mehrbelastung für die Krankenversicherer und somit für die Prämienzahler geführt. Dies ist vor allem auf Kostenblöcke zurückzuführen, die bis 2011 von den Kantonen, den Zusatzversicherern oder den Patienten selber getragen wurden.

Die neue Spitalfinanzierung soll den Wettbewerb zwischen den Spitälern stärken, sowie zu einer Verbesserung der Qualität  und Steigerung der Effizienz  führen. Zudem profitieren die Patientinnen und Patienten von einer grösseren Auswahl an Spitälern, in denen sie sich ohne zusätzliche Kosten behandeln lassen können. Gänzlich frei ist die Spitalwahl aber auch nach Einführung der neuen Spitalfinanzierung nicht. Versicherer und Kanton beteiligen sich bei Behandlungen in Spitälern, die sich nicht auf der Spitalliste des Wohnkantons befinden, nur bis zum sogenannten Referenztarif.

Drei stationäre Bereiche

Typischerweise werden stationäre Behandlungen in die drei Bereiche Akutsomatik, Psychiatrie und Rehabilitation eingeteilt. Der Löwenanteil entfällt dabei auf die Akutsomatik, die seit 2012 über SwissDRG vergütet wird. Die Tarifstruktur SwissDRG basiert ursprünglich auf dem deutschen Fallpauschalensystem G-DRG und wird von der SwissDRG AG jährlich weiterentwickelt. santésuisse ist nebst den Leistungserbringern und Kantonen im Verwaltungsrat vertreten und setzt sich in zahlreichen Gremien und Arbeitsgruppen für die Interessen der Branche und der Prämienzahlerinnen und –zahler ein. Ausserdem stellt santésuisse jedes Jahr Anträge zur Verbesserung der Tarifstruktur.

Wie funktioniert SwissDRG?

SwissDRG ist ein diagnosebezogenes Fallpauschalensystem, das jeden Spitalaufenthalt in eine der knapp 1‘000 Fallgruppen zuordnet. Die Spitäler multiplizieren das Kostengwicht der Fallgruppe mit der Baserate und stellen anteilmässig dem Wohnkanton des Patienten und den Krankenversicherer Rechnung. Die Kantone sind verpflichtet ihren Anteil spätestens im Jahr 2017 auf 55% zu erhöhen. Bestimmte Leistungen werden nicht über die Fallpauschale sondern separat über eines der rund 50 Zusatzentgelt vergütet, wobei das Gesamtvolumen aller Zusatzentgelte weniger als 1% beträgt.

Qualität im Spital

Im Rahmen des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) setzt sich santésuisse als eine der vier Trägerorganisation für eine transparente Publikation der definierten Qualitätsindikatoren ein. Im Bereich der Akutsomatik sind die Spitäler verpflichtet verschiedene Qualitätsindikatoren, wie zum Beispiel die Häufigkeit ungeplanter Spitaleintritte, Infektionen oder Hüft- und Knieprothesenimplantationen, zu erheben. Zusätzlich publiziert das Bundesamt für Gesundheit verschiedene Qualitätsindikatoren, die pro Spital abgerufen werden können. Gesammelt und übersichtlich findet man alle verfügbaren Qualitätsindikatoren im santésuisse-Spitalfinder.

Ansprechpartner


13.09.2018
Brennpunkt-Artikel

Keine «Gelegenheitschirurgie» mehr

Mindestfallzahlen für komplexe operative Eingriffe führen erwiesenermassen zu mehr Qualität und tieferen Sterberaten . Dennoch wird in der Schweiz vielerorts die Regionalpolitik höher gewertet als Ergebnisqualität und Patientensicherheit.


06.09.2018
Vernehmlassung

„Ambulant vor stationär": santésuisse unterstützt mit gewissen Vorbehalten die Anpassung der Krankenpflegeleistungsverordnung (KLV)

santésuisse unterstützt im Grundsatz die erneute Anpassung der KLV betreffend „ambulant vor stationär“ ebenso wie die Ergänzungen zum Medizinischen Datensatz mit der Begründung für stationäre Behandlung. Wir unterstützen die Zuständigkeit der Tarifpartner für die Festlegung der Modalitäten des Prüfverfahrens der Kriterien (gemäss Anhang 1a Ziffer II KLV). Gleichzeitig bedauern wir, dass die wiederholt von santésuisse angeregte vorgängige Abwicklung der Prüfverfahren (ex-ante) sowie die von uns geforderte Verpflichtung auf eine standardisierte elektronische Abwicklung der Prüfverfahren nicht in die Verordnung aufgenommen wurde. santésuisse hat sich stets explizit für eine vorgängige ex-ante-Abwicklung der Prüfverfahren ausgesprochen. Weiter lehnt santésuisse eine Erweiterung des CHOP-Prozedurenkatalogs ab. Der Einbezug sachfremder Elemente widerspricht dem Konzept des CHOP-Prozedurenkatalogs.


28.08.2018
Communiqué

«Welches Spital ist gut für mich?» – Der Spitalfinder gibt Antwort

santésuisse will, dass die Qualität im Gesundheitswesen gemessen wird, damit sich Patientinnen und Patienten besser orientieren können. Insbesondere die Zahl der in einem Spital durchgeführten Operationen ist ein guter Indikator für die Qualität der Behandlung. Neu verfügbar sind Daten aus den Jahren 2016 und 2017.


20.06.2018
infosantésuisse-Artikel

Es lohnt sich. Aber für wen?

Chirurgische Eingriffe wo möglich und medizinisch vertretbar ambulant durchzuführen, kann unser Gesundheitssystem pro Jahr um rund 100 Millionen Franken entlasten. Damit diese Einsparungen nicht zum Bumerang für die Prämienzahler werden, sind Systemanpassungen zwingend.


13.06.2018
infosantésuisse-Artikel

Permanent teuer. Weshalb?

Wie kommt es, dass die Genferinnen und Genfer für ärztliche Behandlungen doppelt so hohe Kosten verursachen wie der Schweizer Durchschnitt? Oder die Kosten für stationäre Spitalbehandlungen in Basel-Stadt rund viermal höher sind als im Rest der Schweiz? Ein Erklärungsversuch.


01.06.2018
infosantésuisse-Artikel

Ungeplante Wiedereintritte als Qualitätsindikator

Der nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) hat erstmals die Rehospitalisationsraten pro Spital veröffentlicht. Dabei kommen 18 von 146 Spitälern auf einen Wert, der signifikant über der Norm liegt.


01.06.2018
infosantésuisse-Artikel

Das Projekt eKARUS nimmt Fahrt auf

Täglich tauschen Spitäler, Krankenversicherer und kantonaleAmtsstellen untereinander Hunderte von Briefen, Fax und E-Mails aus.


20.04.2018
Communiqué

santésuisse unterstützt die einheitliche Finanzierung

Die Gesundheitskommission des Nationalrates (SGK-NR) hat sich im Grundsatz für die Neuordnung der Finanzierung unseres Gesundheitssystems im Bereich der obligatorischen Krankenversicherung ausgesprochen. Damit will die Kommission die Kantone in die Pflicht nehmen, sich künftig an allen krankenversicherten Kosten anteilmässig zu beteiligen. Dies ist konsequent, weil die Kantone über die Spital- und Pflegeheimlisten sowie über die Zulassung von weiteren Leistungserbringern und damit wesentlich über die Kosten entscheiden. Die neue Finanzierungsordnung ist die Voraussetzung, damit die Kosten zwischen den Prämienzahlern und Kantonen künftig nachhaltig und fair aufgeteilt werden können. Ausserdem dürfte die Neuordnung kostensparende Versicherungsmodelle wie die integrierte medizinische Ver-sorgung stärken.


13.04.2018
Communiqué

Urteil sorgt für Rechtssicherheit

Das Bundesgericht hat entschieden, dass der Bundesrat bei der Anpassung der TARMED-Tarifstruktur lineare Kürzungen vornehmen darf.


12.04.2018
Communiqué

Ambulante Pauschalen dämpfen die Mengenausweitung der Operateure

Dieser Tage hat der Bundesrat die Massnahmen aus dem Expertenbericht priorisiert, die in einem ersten Paket umgesetzt werden und zu Einsparungen in der sozialen Krankenversicherung führen sollen. Unter anderen Massnahmen hat der Bundesrat der pauschalen Abgeltung im ambulanten Bereich hohe Priorität eingeräumt. Pauschalen für die häufigsten chirurgischen Eingriffe vereinfachen den ärztlichen Einzelleistungs-tarif TARMED und minimieren Anreize zur Mengenausweitung.


09.04.2018
infosantésuisse-Artikel

«Die Verlagerung verlangt ein Umdenken»

Der Strukturwandel hin zu vermehrt ambulant durchgeführten operativen Eingriffen beschäftigt das Schweizer Gesundheitswesen seit geraumer Zeit, so auch die Privatklinikgruppe Hirslanden. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem bisherigen Prozess: Der wirtschaftliche Druck auf die Kliniken steigt kontinuierlich und verlangt nach einem radikalen Umdenken.


28.03.2018
Communiqué

Dringend notwendige Überprüfung der Spitalinfrastruktur

Der Kanton Luzern berichtet heute, dass die Verlagerung von stationären Fällen in den ambulanten Bereich zu Kosteneinsparungen geführt hat. In erster Linie profitiert der Steuerzahler. Ob die Verlagerung für den Prämienzahler kostenneutral ausfällt, kann santésuisse noch nicht bestätigen. Die Kostendaten liegen noch nicht vollständig vor.


09.03.2018
Vernehmlassung

Kanton Solothurn: Stellungnahme von santésuisse zur Totalrevision des Gesundheitsgesetzes (GesG)

Der Entwurf zur Revision des solothurnischen Gesundheitsgesetzes sieht die Möglichkeit zur Schaffung einer kantonalen Liste mit zwingend ambulant statt stationär durchzuführenden Eingriffen vor. santésuisse setzt sich für eine schweizweit einheitliche Liste von Eingriffen ein, die in der Regel ambulant durchzuführen sind. Kantonal unterschiedliche Listen sind gegenüber den Patienten aufgrund der fehlenden Rechtssicherheit kaum vertretbar. Weiter verlangt santésuisse, dass im GesG zwingend ein Verweis auf die Pflicht zur Koordination der Spitalplanung mit anderen Kantonen gemäss Art. 39 Abs. 2 KVG aufgenommen wird.


15.02.2018
Vernehmlassung

santésuisse unterstützt die Leistungszuteilung «Komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie»

santésuisse zeigt sich einverstanden mit der vom Fachorgan Hochspezialisierte Medizin (HSM) im Rahmen der Reevaluation vorgeschlagenen Zuteilung der Leistungsaufträge in der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie an die Leistungserbringer. Vorbehalte meldet santésuisse an bei der Gleichgewichtung des Kriteriums der „Lehre, Weiterbildung und Forschung“ mit den anderen Kriterien zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten, qualitativ hochstehenden und wirtschaftlichen Versorgung. Nach Ansicht von santésuisse könnte sich die Konzentration der spezialisierten „Lehre, Weiterbildung und Forschung“ in wenigen (universitären) Zentren positiv auf die Effektivität und Effizienz auswirken. Umgekehrt müsste das Kriterium der Wirtschaftlichkeit künftig stärker gewichtet werden. Die Erfüllung des Kriteriums sollte als zwingende Voraussetzung für die erneute Zuteilung bei der nächsten Reevaluation gefordert werden.



Ansprechpartner

Qualitätsmessung in Spitälern und Kliniken

Spitalpatientinnen und -patienten sollen die Gewähr für eine optimale Behandlungsqualität haben. Jedes Spital, das grundversicherte Patienten behandelt, muss die Vorgaben des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) bezüglich Qualitätsmessungen umsetzen. Die Qualitätsdaten jedes einzelnen Spitals oder jeder Klinik sind über das Internet einsehbar.

Im Zusammenhang mit dem am 1. Janaur 2012 erfolgten Systemwechsel vom Einzelleistungstarif (Tagespauschale) zum Pauschaltarif (Fallpauschale oder DRG) haben die Tarifpartner konkrete Regelungen erarbeitet, um eine hohe Behandlungsqualtitä in den Spitälern zu gewährleisten. Eine der Regelungen ist die obligatorische ANQ-Qualitätsmessung und deren regelmässige Publikation.

Gemäss Art. 77 KVV sind die Leistungserbringer verpflichtet, Programme über die Anforderungen an die Qualität der Leistungen und die Förderung der Qualität zu erarbeiten. Damit sind diejenigen Spitäler konkurrenzfähig, welche den Patienten hohe Qualität zu günstigen Kosten anbieten können.

Alle Spitäler und Kliniken beteiligen sich an den Messungen

Gemeinsam mit den Partnern H+, MTK, GDK und santésuisse hat der ANQ den nationalen Qualitätsvertrag unterzeichnet. Durch den Vertragsbeitritt verpflichten sich einerseits die Spitäler und Kliniken die vorgegebenen Messungen umzusetzen und andererseits die Kostenträger diese in den Tarifverträgen und Leistungsvereinbarungen zu verankern. Alle Spitäler und Kliniken sowie alle Versicherer und Kantone sind dem Qualitätsvertrag beigetreten. Die partnerschaftliche Publikation der Ergebnisse von flächendeckenden Qualitätsmessungen auf Ebene Leistungserbringer fördert das Vertrauen in die Leistungserbringer und in das DRG-Tarifsystem.

Die Messresultate sind auf der ANQ-Internetseite aufgeschaltet und öffentlich einsehbar unter: http://www.anq.ch/messergebnisse

santésuisse-Spitalfinder

Im November 2015 lancierte santésuisse gemeinsam mit dem Konsumentenforum kf die erste verständliche und vollständige Vergleichsplattform für Schweizer Akutspitäler: Der Spitalfinder bündelt alle derzeit in der Schweiz öffentlich verfügbaren Indikatoren zur medizinischen Behandlungsqualität und Patientenzufriedenheit eines Spitals und unterstützt den Nutzer bei der faktenbasierten Spitalwahl. Damit leistet er einen Beitrag zur Transparenz. Die im Spitalfinder publizierten Qualitätsindikatoren stammen u.a. aus Qualitätsmessungen des ANQ.

Ansprechpartner

Nationales Spitalmonitoring 2012 und 2013

Mit der Einführung der neuen Spitalfinanzierung verlangte der Bundesrat von den Versicherern, ein Monitoring über das Leistungsvolumen und die Kosten für sämtliche stationäre Bereiche der Jahre 2012 und 2013 durchzuführen. santésuisse hat dieses Monitoring im Auftrag der Krankenversicherer durchgeführt.

Das Monitoring umfasst für die Rehabilitationskliniken und Psychiatrien die Entwicklung der Fallzahl und die Entwicklung der abgerechneten Kosten pro Leistungserbringer. Bei dem Vergütungsmodell SwissDRG wurde zusätzlich die Entwicklung des Casemixindex (CMI) pro Leistungserbringer monitorisiert. Der Casemixindex beschreibt den gesamten Schweregrad der abgerechneten Behandlungsfälle eines Spitals.

Für das Spitalmonitoring lieferten die Leistungserbringer die genannten Kennzahlen an santésuisse. Die Leistungserbringer erhielten die Möglichkeit das Monitoring vor der Publikation zu kommentieren. Sind Leistungserbringer der Aufforderung zur Datenlieferung nicht nachgekommen, wurden die entsprechenden Kennzahlen aus den offiziellen Statistiken des Bundesamtes für Statistik (medizinische Statistik der Krankenhäuser und Krankenhausstatistik) ergänzt. santésuisse hat hierzu entsprechende Verträge mit dem Bundesamt für Statistik abgeschlossen.

 

 

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