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01.12.2012

Mengenausweitung bei CT und MRI

Ein Beispiel für überdurchschnittliche Mengen- und damit Kostenausweitung ist die Zunahme der MRI- und CT-Untersuchungen in der Schweiz. Die Grafiken belegen die These, wonach Spital und Patient keine Anreize haben, die Kosten tief zu halten.

Der OECD-Bericht 2011 weist für die Schweiz 256 Computertomografen (CT) aus. Mehr CT-Geräte pro Einwohner hat kein anderes europäisches Land. Nach Island hat die Schweiz laut OECD europaweit auch die höchste MRI-Dichte. Wie für andere Geräte gilt für CTs und MRIs: Wo sie vorhanden sind, werden sie auch genutzt und je dichter das Angebot, desto höher der Konsum. Die Grafiken zeigen dies eindrücklich: Während die Konsultationen von 2005 bis 2011 um 30 Prozent steigen, nehmen die MRI-Untersuchungen im gleichen Zeitraum um 214 Prozent zu, die CT-Untersuchungen um 186 Prozent. Die Röntgenaufnahmen verlaufen ungefähr parallel zur Zunahme der Konsultationen (Grafik 1). Die massive Zunahme der MRI- und CT-Untersuchungen kann also nicht allein mit der Zunahme an Konsultationen begründet werden. Es werden entweder mehr Untersuchungen pro Patient gemacht oder die Untersuchungen werden bei immer mehr Patienten angewendet. Ausserdem zeigen die Grafiken, dass CTs nicht durch MRIs ersetzt werden, sondern beide Untersuchungen vorgenommen werden – und zwar auch, so liegt die Vermutung nahe, wenn es nicht zwingend notwendig wäre. Die massive Zunahme beider Untersuchungen gilt für Spitäler und für Radiologen in eigener Praxis. Unbestritten ist, dass MRIs und CTs die Ursache einer Krankheit gut und schnell erkennen lassen. Die Patienten haben also einen Nutzen davon. Die Spitäler ebenso: Denn die Ausweitung der Untersuchungen (CT-Untersuchung und MRI-Untersuchung nacheinander, Einsatz der Geräte wenn medizinisch nicht notwendig oder zur Absicherung einer
Diagnose) bringt zusätzliche Einnahmen. Ein MRI kostet in der Anschaffung zwischen einer und drei Millionen Franken, ein CT zwischen 600 000 und 2,5 Millionen Franken. Diese Anschaffung würde in drei Monaten amortisiert – so ein ungenannt bleibender Vertreter eines Regionalspitals, das sich kürzlich ein MRI angeschafft hat.

Silvia Schütz

Grafiken siehe PDF Dokument

 

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