infosantésuisse-Artikel


01.10.2013

Mit vollen Segeln zum Ziel

36 Frauen und neun Männer nahmen kürzlich ihre Fachausweise entgegen und tragen ab sofort den geschützten Titel «Krankenversicherungsfachfrau / Krankenversicherungsfachmann mit eidgenössischem Fachausweis». Ende August fand in Lausanne im Hotel Alpha Palmiers die diesjährige Diplomfeier der frisch gebackenen Krankenversicherungsfachleute statt.

Zwei ausserordentlich strenge Jahre liegen hinter den Kandidaten. Viel Freizeit wurde geopfert, auf Vieles wurde verzichtet, es ist viel Schweiss geflossen in dieser Zeit. Gesetze wurden analysiert, zerlegt und mussten in die Praxis umgesetzt werden.
Daniel Wyler, Präsident der Prüfungskommission, sprach in seiner Rede dann auch vom gesunden Menschenverstand, welcher bei der Arbeit eingesetzt werden muss. Die Gesetze können diesen nicht ersetzen. Es bringt auch nichts, ständig nach neuen Gesetzen zu schreien, sondern man soll nach vernünftigen Lösungen suchen und die vorhandenen Spielräume ausnutzen. Das Thema Lernen ist für die Fachausweisinhaber jetzt bei weitem nicht abgeschlossen: Es wird ständig weitergehen mit Lernen, gemäss dem lebenslang gültigen Motto: Man lernt nie aus. Hans Wohler, Ressortleiter Ausbildung und Prüfungsleiter Deutschschweiz, verglich die Kandidaten in seiner Würdigung mit den Teilnehmern einer Segelregatta. Die Boote waren in verschiedenen Klassen zusammengefasst und starteten gemeinsam – anfänglich alle auf gleicher Höhe – zum Ziel. Neben ein paar Startgeräuschen und kleineren Kollisionen ging es relativ gemütlich aufs offene Meer hinaus. Ein steifer Wind kam auf, höchste Belastung für Mensch und Material. Einige gingen wie wild zur Sache, andere suchten die sichere, ruhigere Seite. Die meisten der Teilnehmer haben sich ohne Rücksicht auf Verluste den Wellen ausgesetzt. Einige machten es mit Talent, andere haben eine natürliche Begabung zum Lernen, wiederum andere machten einfach, was sie mussten, am liebsten nicht zu viel. Aber viele haben die Wettfahrt unterschätzt und sind nicht ins Ziel gekommen.
In diesem Jahr haben 56 Prozent der Kandidaten die anspruchsvolle Prüfung bestanden. Dies ist leider ein Rückgang gegenüber letztem Jahr, wo der Erfolg bei stolzen 70 Prozent lag. Gespannt warten wir auf das Ergebnis im nächsten Jahr: Erstmals werden 2014 Teilnehmer zur Prüfung antreten, welche von dem um vier Tage ausgebauten Lehrgang profitieren können.

Musik und Referat
Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch das Duo Matteo Mengoni – Sylvie Bourban. Matteo Mengoni war der Virtuose am Klavier, Sylvie Bourban begeisterte mit ihrem Gesang; zusammen ein eingespieltes Team.
Flavio Carbone, Direktion AVASAD – Kanton VD, zog das Publikum mit seinem Vortrag über die Bedeutung der Spitex-Betreuung im Gesundheitswesen in seinen Bann.

Verabschiedung Hans Wohler
Der langjährige Leiter Ressort Ausbildung, Hans Wohler, ist in seinen wohlverdientenRuhestand getreten. Er erhielt einen grossen Dank für seine geleisteten Dienste und natürlich die besten Glückwünsche für die Zukunft.
Seine Nachfolgerin ist Elvira Pfann.
Beim anschliessenden Apéro konnte auf die Prüfungsergebnisse, auf die alten und auch auf die zukünftigen Zeiten angestossen werden.

INGE BOHMUELLER

 

 

Welches sind die Unterschiede zwischen den Fachausweisen der Krankenversicherung, der Sozialversicherung und der Privatversicherung? Ein beschreibender Vergleich

Fachausweis Krankenversicherung

Kompetenzen: Krankenversicherungsfachleute sind in der Lage, ihre Kunden kompetent zu beraten, wenn sie Versicherungen abschliessen, wechseln oder kündigen wollen. Sie sind in der Lage, korrekte Schadenregulierungen vorzunehmen und koordinieren die Schadenzahlungen, wenn notwendig, mit den privaten Versicherungen und den anderen Sozialversicherungen. Im Bereich Sozialversicherungen haben sie das Knowhow und die Fähigkeit, in allen Belangen der Sozialversicherung gemäss Art. 27 ATSG Auskünfte zu erteilen. Geht es um Auskünfte an Behörden, Gerichte und andere Behörden, berücksichtigen sie besonders den Datenschutz.

Kenntnisse: Sie kennen die wichtigsten Arbeits- und Verwaltungsprozesse bei den Leistungserbringern (z.B. Ärzten, Heilanstalten), bei Behörden und Vollzugsstellen (z.B. Sozialämter, Gesundheitsdepartemente, Aufsichtsbehörden) oder nahestehenden Sozialversicherungen
(z.B. AHV, IV, MV, UVG, ALV usw.).

Zukünftige Arbeitgeber: Kranken- und Unfallversicherer sowie Makler oder Betriebe, welche für Krankenversicherer Aufgaben übernehmen.

Fachausweis Sozialversicherungen

Kompetenzen: Sie können aufgrund ihrer Aus- und Weiterbildung generelle Auskünfte über die ganze Sozialversicherung erteilen.

Kenntnisse: Sozialversicherungsfachleute verfügen über umfangreiches Wissen in allen Bereichen der Sozialversicherungen und besitzen zusätzliche Kenntnisse im Bereich der sozialen Sicherheit. Alle Sozialversicherungen werden geprüft – entsprechend müssen sich die Kandidatinnen und Kandidaten ein umfangreiches Wissen aneignen.

Zukünftige Arbeitgeber: Sozialversicherungen, öffentliche Verwaltungen, Versicherungen, Personaldienste und Gewerkschaften.

Fachausweis Privatversicherung

Kompetenzen: Absolventen dieses Bildungsgangs stellen gleichzeitig ihr persönliches Management und ihre Kompetenz zur Übernahme von Fachverantwortung unter Beweis.

Kenntnisse: Im Laufe der Ausbildung erwerben Privatversicherungsfachleute professionelles und vernetztes Fachwissen in den Hauptprozessen der Versicherungswirtschaft. Sie gewinnen vertiefte Kenntnisse in drei wählbaren Fachbereichen. Mit dem im Rahmen dieser Weiterbildung erworbenen, geprüften Wissen und Können besitzen sie eine solide Basis für ihre weitere Laufbahn.

Zukünftige Arbeitgeber: Qualifizierte Versicherungsfachleute sind gesuchte Leistungsträger, die mit hohen Bildungsrenditen rechnen können. Privatversicherungsfachleute arbeiten vorwiegend im VVG-Bereich und sind auf Kaderfunktionen (1. Stufe) vorbereitet.

Wert der Fachausweise

Krankenversicherungsfachleuten wird, aufgrund der umfassenden Ausbildung in Grund- und Zusatzversicherung, der Prüfungsteil Krankenversicherung in den Fachprüfungen des VBV (Privatversicherung) sowie des SVS (Sozialversicherung) erlassen. Zurzeit wird geprüft, welche erleichterten Bedingungen für den Studiengang Höhere Fachschule Versicherung HFV für Krankenversicherungsfachleute zu erfüllen sind.

Deshalb darf behauptet werden: Mit dem Fachausweis Krankenversicherung stehen Ausgebildete in der Poleposition.

HANS WOHLER

 

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Die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen
Muff Olivia, CSS, Luzern; Schwarz Evelyne, Helsana, Zürich; Traber Sandro, Atupri, Zürich; Weber Andrea, EGK, Laufen; Allenspach Thomas, Glarner Krankenversicherung; Brenner Tamara, SWICA, Luzern; Barone Vanessa, Assura, Lausanne; Boeglin Nathalie, SWICA, Basel; Cavigelli Daniela, vita surselva, Ilanz; Enz Martina, CSS, Schlieren; Filipovic Olivera, Groupe Mutuel, Zürich; Gallati Olivia, Atupri, Zürich; Garcia Dominguez Stefanie, KPT, Bern; Gehring Corina, SWICA Uster; Gonzalez Sandra, Concordia, Luzern; Grandjean Annie, Assura, Lausanne; Grünig Michael, Visana, Bern; Haltinner Corinna, Concordia Weinfelden; Heiner-Schnellmann Claudia, CSS, Luzern; Humbert-Droz Claude, CSS, Lausanne; Jockers Stefan, Sympany, Basel; Kessler Marion, KPT, Bern; Knüsel Eljane, KLuG, Zug; Kovacevic Husmir, Atupri, Zürich; Kuthova Kristina, SLKK, Zürich; Menz Fabienne, SWICA, Luzern; Muri Judith, SWICA, Zürich; Neff Lorena, Helsana, Zürich; Niederer Daniela, CSS, Luzern; Poyraz Eda, SLKK, Winterthur; Raschle Ursula, SWICA, St. Gallen; Rieder Jrène, CSS, Luzern; Roos Remo, CSS, Luzern; Santiago Ana Isabel, Sanitas, Bern; Schmid Michaela, Helsana, St. Gallen; Schneider Corinne, Helsana, Zürich; Schüpbach Natalie, Inselspital Bern; Siegenthaler Daniela, Sanitas, Winterthur; Späni Irene, SWICA, Rapperswil; Spicher Andreas, Groupe Mutuel, Villars sur Glâne; Spicher Virginie, Assura, Pully; Szabo Anne, Concordia, Luzern; Töngi Annemarie, SWICA, Basel; Vampiro Carmen, Sanitas, Zürich; Zimmermann Mario, KPT, Bern