App ergänzt Karte

infosantésuisse-Artikel


01.06.2018

Virtuelle Versichertenkarte

App ergänzt Karte

Die Versichertenkarte im App auf dem Smartphone? Geht es nach den Projektverantwortlichen bei der SASIS AG, sollte dieser weitere Schritt Richtung digitale Transformation im Gesundheitswesen noch in diesem Jahr Realität werden.

Haben Sie mir noch IhreVersicherungskarte?» So und ähnlich tönt es beim Arztbesuch, beim Medikamentenbezug in der Apotheke oder an der Empfangstheke beim Physiotherapeuten. In der Regel fängt dann die Sucherei an, bis der Patient in seinem Portemonnaie, irgendwo zwischen Führerausweis, Bankkarte und Personalausweis, seine «Eintrittskarte» in unser Gesundheitssystem findet.

Virtuelle Ergänzung zur Versichertenkarte

Geht es nach den Plänen der SASISAG, dem zur santésuisse-Gruppe gehörenden Datenlogistiker, soll es bald eine virtuelle Ergänzung zur physischen Versichertenkarte geben. Das Unternehmen arbeitet derzeit mit Hochdruck an einer mobilen Lösung. Konkret soll der Versicherte künftig im AppStore eine App herunterladen und so seine persönliche virtuelleVersichertenkarte hinterlegen können. Eingelesen werden die Daten beim Arzt oder Therapeuten standardisiert, beispielsweise via Bluetooth oder dem kontaktlosen NFC-Übertragungsstandard, der beim bargeldlosen Zahlungsverkehr immer häufiger zum Zug kommt. Das mühsame Abtippen der Versichertennummer durch das Empfangspersonal entfällt. Dazu Dominik Baumgartner, Leiterdes VeKa-Centers der SASIS AG: «Der Trend zur Digitalisierung ist auch im Gesundheitswesen allgegenwärtig. Längst bieten die meisten Krankenversicherer ihrenKunden personalisierte Onlineportale an, auf die via Smartphone-App jederzeit zugegriffen werden kann, beispielsweise zur Leistungsabrechnung. Mit der Lancierung der virtuellenVersichertenkarte wollen wir einen Schritt weitergehen und der Branche eine standardisierte Lösung bieten, die nicht nur die Versichertenkarte digitalisiert, sondern in einer zweiten und dritten Phase die sichere Authentifizierung zumPortal des Krankenversicherers übernehmen könnte und zudem die strengen Anforderungen als Identifikationsmittel für das elektronische Patientendossier erfüllt». DieVersichertenkarte kann gemäss dem Artikel 42a des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) als Identifikationsmittel für das elektronische Patientendossier genutzt werden.

Schutz vor Missbrauch

Die Versichertenkarte zusätzlich als App oder im «Wallet» auf dem Smartphone entspricht den Bedürfnissen der «digital natives» – der stetig wachsenden Generation, die sich in der digitalen Welt zuhause fühlt. Oder denjenigen der Eltern, die auf ihrem Handy dieVersichertenkarten ihrer Kinder hinterlegen wollen. Von der digitalen Lösung profitieren aber auch die Leistungserbringer und Krankenversicherer: Der Prozess der administrativen Patientenaufnahme wird einfacher und die virtuelleVersichertenkarte «approved by SASIS» schützt vor Missbrauch, weil nicht mehr gültige Karten sofort erkannt werden. Das Projekt virtuelle Versichertenkarte befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase.Noch einmal Projektleiter Dominik Baumgartner: «Wir arbeiten eng mit unserenVersicherern zusammen, um deren konkrete Bedürfnisse und Anforderungen zu kennen. Für die technische Umsetzung setzen wir auf das Know-how unserer langjährigen Technologiepartner. Läuft alles nach Plan, gehen wir davon aus, dass wir die virtuelleVersichertenkarte gegen Ende 2018 lancieren können.WeitergehendeAnwendungen, wie die sichere Authentifizierung zum Portal eines Krankenversicherers, können dann ab 2019 folgen. (SST)

Weitere Informationen zum Thema sind abrufbar unter www.sasis.ch > Versichertenkarte > Thementag: Digitale Transformation

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