Communiqué: Generalversammlung von santésuisse stellt Qualität und Wirtschaftlichkeit ins Zentrum

Medienkonferenz


18.06.2018

Schlechte Qualität darf sich nicht mehr lohnen!

Communiqué: Generalversammlung von santésuisse stellt Qualität und Wirtschaftlichkeit ins Zentrum

Die medizinische Qualität ist die wegweisende Grösse zur Weiterentwicklung unserer Gesundheitsversorgung. Von transparent ausgewiesener Qualität und besserer Qualität profitiert die gesamte Bevölkerung. Leistungserbringer, die nachweislich ungenügende Qualität erbringen, sollen sich künftig Sanktionen vergegenwärtigen müssen.

Die Qualitätssicherung im schweizerischen Gesundheitswesen bildete den thematischen Schwerpunkt der Generalversammlung des Branchenverbands santésuisse. Während sich der Zugang der Schweizer Bevölkerung zur Gesundheitsversorgung auf einem sehr hohen Niveau befindet, besteht ein Hauptproblem des Gesundheitssystems in der ungenügend ausgewiesenen Qualität und der mangelnden Effizienz. Gemäss Experten und Bundesrat haben 20 Prozent der medizinischen Leistungen keinen Mehrwert für die Patienten. santésuisse-Präsident Nationalrat Heinz Brand meinte dazu: «Die eingesetzten Mittel sind nicht optimal eingesetzt. Unser Gesundheitswesen ist schlicht zu teuer, als dass wir auch noch überflüssige Leistungen und schlechte Qualität vergüten.»

Qualitätsprogramme auch im ambulanten Bereich

Vor allem im ambulanten Bereich sind bisher standardisierte und systematische Qualitätsprogramme am Widerstand der Ärzteschaft gescheitert, obwohl diese seit 20 Jahren vom Krankenversicherungsgesetz verlangt werden. In der obligatorischen Krankenversicherung ist das Vertrauensprinzip verankert, wonach der Arzt die Behandlung nach dem Stand des medizinischen Wissens selber festlegen darf. Diese sehr weit gehende Behandlungsfreiheit überträgt dem Arzt eine grosse Verantwortung. Die Qualität der ärztlichen Leistung muss darüber definiert werden, welchen Mehrwert sie für den Patienten bringt.

Die vom Nationalrat in der Sommersession beschlossene Verpflichtung zu Qualitätsverträgen zwischen Krankenversicherern und Leistungserbringern sowie griffige Sanktionen würden eine markante Verbesserung zur heutigen Situation bringen. Es ist im Interesse in erster Linie der Patienten wie auch der Prämien- und Steuerzahlenden, dass Leistungserbringer, die nachweislich ungenügende oder überflüssige Leistungen erbringen, sich künftig Sanktionen vergegenwärtigen müssen. Selbst bei krassen Fehlern ist dies im heutigen Spital- und Praxisalltag nicht oder kaum einmal der Fall.