Die Umsatztreiber

infosantésuisse-Artikel


09.04.2018

Umsatz Publikumspreis indexiert (2015=100%)

Die Umsatztreiber

Eine Analyse der Medikamentenkosten zeigt die Kostentreiber: Immunsuppressiva und Krebsmedikamente. 2017 waren diese beiden Medikamentengruppen für 22 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich.

* Medikamentengruppe, basierend auf dem Anatomisch-Therapeutisch-Chemischen Klassifikationssystem (ATC).

Medikamentengruppe, basierend auf dem Anatomisch-Therapeutisch-Chemischen Klassifikationssystem (ATC).

Immunsuppressiva und Krebsmedikamente treiben die Medikamentenkosten in die Höhe.

Die verschreibungspflichtigen, ambulant eingesetzten Medikamente waren gemäss Bundesamt für Statistik im 2015 für gut 9 Prozent der gesamten Gesundheitskosten verantwortlich. Allein zwischen 2015 und 2017 sind die Kosten kassenpflichtiger Medikamente um 18 Prozent angestiegen. Augenfällig: Umsatztreiber in dieser Zeitspanne sind insbesondere die zwei umsatzstärksten Medikamentengruppen. Zum einen die Immunsuppressiva (Umsatzanteil 2017: 12%) mit einem Plus von 35 Prozent, verabreicht vor allem bei Autoimmunerkrankungen und rheumatischen Leiden, und zum anderen die Krebstherapeutika (Umsatzanteil 2017: 10%) mit einem Plus von 43 Prozent.

Boomende Krebstherapien

Zur Behandlung von Krebserkrankungen sind zwischen 2015 und 2017 zahlreiche Medikamente neu zugelassen worden. Ältere Arzneimittel wurden durch diese zum Teil enorm teuren Präparate ersetzt. In Kombination mit der Häufigkeit von Krebsdiagnosen sowie dem Trend zur personalisierten Behandlung führte dies im selben Zeitraum zu einem Anstieg der OKP-Kosten in diesem Bereich um mehr als 40 Prozent. Eine Entwicklung, die gleichzeitig eine ebenso kontroverse wie heikle Kosten-Nutzen-Diskussion in der Onkologie entfacht.

Neue Substanzen bei Immunsuppressiva

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich bei den Immunsuppressiva feststellen; Medikamente welche die Funktion des Immunsystems vermindern und unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Hier sorgen neue Substanzen und Therapieoptionen für kontinuierlich steigende Preise und Mengenausweitungen. Kommt hinzu, dass auch in dieser Gruppe immer mehr Biologika auf den Markt drängen. Das sind Arzneistoffe, die mit Mitteln aus oder mithilfe biologischer Organismen gewonnen werden. Auch wenn erste Biologika ihren Patenschutz verloren haben, sind derzeit noch kaum günstigere Generika (Biosimilars) auf dem Markt verfügbar. (SST)

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