Geringe Preisdifferenz bei patentgeschützten Medikamenten, weiterhin grosser Preisunterschied bei Generika

Medienkonferenz


01.06.2018

Auslandpreisvergleich Medikamente 2018

Geringe Preisdifferenz bei patentgeschützten Medikamenten, weiterhin grosser Preisunterschied bei Generika

Das Schweizer Preisniveau der patentgeschützten Medikamente war im Mai 2018 mit einem vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) angewandten Wechselkurs CHF/EUR 1.09 noch 9% höher als das Preisniveau der neun Vergleichsländer. Patentabgelaufene Originalpräparate waren im März 2018 17% teurer als im Durchschnitt der Vergleichsländer. Bei den Generika ist der Unterschied mit 52% weiterhin hoch. Dies ergibt der neunte gemeinsame Auslandpreisvergleich von santésuisse und Interpharma.

Die rund 250 umsatzstärksten patentgeschützten Originalpräparate der Spezialitätenliste waren gemäss dem heute in Bern vorgestellten Auslandpreisvergleich bei einem vom BAG angewendeten Wechselkurs von CHF/EUR 1.09 im Durchschnitt 9% teurer als im vergleichbaren Ausland. Mit einem aktuelleren Wechselkurs von CHF/EUR 1.14 lag der Preisunterschied bei 6%. Beim letzten Preisvergleich im September 2016 waren die patentgeschützten Medikamenten bei einem Wechselkurs von 1.07 CHF/EUR noch 14% teurer gewesen als im Durchschnitt der Vergleichsländer. Der Preisunterschied ist also kleiner geworden. Grunddafür ist neben Wechselkursveränderungen insbesondere die Preisüberprüfungsrunde vom letzten Jahr, mit der die Preise von über 400 Arzneimitteln gesenkt worden sind.

René Buholzer, Geschäftsführer von Interpharma, sagt dazu: «Mit der Preissenkungsrunde 2017 wurden Einsparungen in der Höhe von 190 Millionen Franken verfügt, was für die Pharmafirmen schmerzhafte Umsatzeinbussen bedeutet. Zusätzlich fielen durch weitere Preissenkungen nochmals Einsparungen in der Höhe von 105 Millionen Franken an. Dies spiegelt sich im kleiner gewordenen Preisunterschied zum Länderkorb, der mit einem mittlerweile deutlich schwächeren Franken praktisch ganz verschwindet.»

Der Vergleich bei den patentabgelaufenen Originalpräparaten und den Generika basiert auf den rund 250 umsatzstärksten patentabgelaufenen Wirkstoffen. Die Preise der patentabgelaufenen Originalprodukte waren in der Schweiz 17% höher als im Durchschnitt der Vergleichsländer. Bei den Generika beträgt die Preisdifferenz zum Ausland 52%. Generika sind in der Schweiz damit nach wie vor mehr als doppelt so teuer als im Durchschnitt der Vergleichsländer. Verena Nold, Direktorin von santésuisse, sagt dazu: «Wer in den Ferien im Ausland ein Medikament kauft, stellt fest, dass dieses meistens viel günstiger ist als bei uns. santésuisse fordert deshalb für Medikamente ohne Patentschutz die Anpassung der Preise ans Ausland und die rasche Einführung und Durchsetzung eines neuen Preissystems. Damit sind alleine bei den Generika Einsparungen von mehreren Hundert Millionen Franken möglich.»

Bereits zum neunten Mal haben der Krankenversicherungsverband santésuisse und Interpharma, der Branchenverband der forschenden Pharmaindustrie, gemeinsam einen Auslandpreisvergleich von Medikamenten durchgeführt. Dabei wurden die Fabrikabgabepreise in der Schweiz mit denjenigen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden, Österreich und Schweden für patentgeschützte und patentabgelaufene Medikamente sowie Generika verglichen. Bei den patentgeschützten Präparaten wurden die Preise vom Mai 2018 verglichen, bei den patentabgelaufenen Originalprodukten und den Generika die Preise vom März 2018.

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santésuisse ist der Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer. santésuisse setzt sich für ein freiheitliches, soziales und finanzierbares Gesundheitssystem ein, das sich durch einen effizienten Mitteleinsatz und qualitativ gute medizinische Leistungen zu fairen Preisen auszeichnet.