Kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsqualität

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01.09.2018

Ergotherapie – initiierter Reflexionsprozess

Kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsqualität

Die Verordnung über die Krankenversicherung

(KVV) verpflichtet die Leistungserbringer oder deren Verbände zur systematischen Qualitätskontrolle. Dies gilt auch für die in Praxen tätigen Ergotherapeutinnen und -therapeuten. Seit 2011 regelt deshalb ein Qualitätssicherungsvertrag, ausgehandelt zwischen den Tarifpartnern, wie die Ergebnisqualität der ergotherapeutischen Arbeit zu messen, zu erfassen und auszuwerten ist. Der Erfolg einer Serie von jeweils neun Behandlungen drückt sich im Erreichungsgrad der mit dem Klienten erarbeiteten Ziele aus. Diese müssen realistisch und betätigungsorientiert sein und werden in einer standardisierten Online-Plattform erfasst, welche den Erreichungsgrad der individuell gesetzten Ziele in einem numerischen Wert ausdrückt. Alle Ergotherapeutinnen und -therapeuten sind verpflichtet, pro Jahr mindestens fünf Fälle zu erfassen und verwalten. Konkret wurden so 2017 rund 6700 Behandlungen mit 21570 individuell vereinbarten Behandlungszielen dokumentiert und ausgewertet. Das Resultat lässt sich sehen: Rund zwei Drittel der Behandlungsziele wurden genau erreicht; ein Viertel sogar übertroffen. Lediglich acht Prozent der Behandlungsziele konnten nicht erreicht werden und die Therapie musste mit dem Prädikat «Zustand unverändert» oder «schlechter als erwartet» abgeschlossen werden. Die jährliche Überprüfung der Leistungsqualität ist für die Ergotherapeutinnen und -therapeuten nicht nur Gradmesser für die gesetzlich vorgeschriebene Qualitätskontrolle, sondern durch den dadurch initiierten Reflexionsprozess auch Ansporn für eine kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsqualität.(SST)

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