Mass halten!

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14.12.2018

Leistungen der Grundversicherung:

Mass halten!

Sie schiessen wie Pilze aus dem Boden, die Forderungen an die obligatorische Krankenpflegeversicherung zwecks Übernahme zusätzlicher Leistungen. Da gibt es den Anspruch, die Betreuungskosten Demenzkranker aus der Grundversicherung abzudecken. Oder Verhütungsmittel wie Pille und Spirale als kassenpflichtig zu erklären. Und wie bei den Pilzen im Wald, lassen sich die diversen Begehrlichkeiten – je nach Sichtweise – in die Kategorien unbedenklich, geniessbar oder giftig einstufen.

Es geht hier nicht um eine Einschätzung, welche Forderungen welcher dieser Kategorien zuzuordnen sind. Zweifellos in die Gattung toxisch fallen hingegen die vorhersehbaren Nebenwirkungen dieser Entwicklung: Fehlanreize, Mengenausweitungen, Kostensteigerungen und als Folge eine noch höhere Prämienbelastung der Versicherten. Das will keineswegs heissen, dass der Leistungskatalog der Grundversicherung unantastbar ist. Schon gar nicht im Hinblick auf die sozio-demographische Entwicklung in unserem Land. Nur sollten wir zwischen Wünschbarem und Machbarem unterscheiden und Mass halten. Und uns gegen überbordende Begehrlichkeiten wehren, sonst setzen wir die Solidarität in der sozialen Krankenversicherung aufs Spiel.

Mass halten? Gerne auch bei der allgegenwärtigen Forderung nach höheren Taxpunktwerten. Bei der Planung des neuen Bettenhochhauses. Bei der Anschaffung neuer High-Tech-Geräte zur medizinischen Bildgebung im Regionalspital. Dabei das Augenmass nicht verlieren? Unbedingt. Dann beispielsweise, wenn es um die Verantwortung der Kantone gegenüber den Versicherten und deren berechtigten Anspruch auf eine Prämienverbilligung geht.

 

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