«SHIP 1.0» geht live

infosantésuisse-Artikel


08.10.2018

«eKARUS» Branchenprojekt

«SHIP 1.0» geht live

Die Testphase zur Digitalisierung der administrativen Prozesse zwischen den Tarifpartnern ist erfolgreich abgeschlossen. Der offene Kommunikationsstandard «SHIP» steht ab sofort allen interessierten Spitälern, Krankenversicherern und kantonalen Verwaltungen zur Verfügung.

Der Datenaustausch zur administrativen Abwicklung von stationären Behandlungsfällen zwischen Spitälern und Leistungsträgern war bis dato an Vielfalt und Ineffizienz nur schwer zu übertreffen: Spitäler, Ärzte, Krankenversicherer und kantonale Amtsstellen tauschten untereinander täglich Hunderte von Briefen, Faxe und E-Mails aus. Immer mit dem Ziel, den Spitalaufenthalt eines Patienten vom Eintritt bis zu dessen Austritt zu planen, zu begleiten und die Kosten der Behandlungen zu sichern. Die damit verbundenen administrativen Prozesse waren ressourcenintensiv und fehleranfällig; die Heterogenität der Daten hat die Abläufe kompliziert. Ein Szenario, das dank «eKARUS» in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehört: Das Branchenprojekt digitalisiert und harmonisiert die manuellen Prozesse zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern und ermöglicht den schnellen und sicheren Informationsaustausch (Grafik).

Das Prinzip von  «SHIP»

Test bestanden

Herzstück dieses digitalen Informationsund Datenaustausches ist der offene, einheitliche Kommunikationsstandard «SHIP» (Swiss Health Information Processing), dem sich Spitäler, Versicherer und Kantone mit ihren bestehenden, individuellen Informatiksystemen anschliessen können. «SHIP» ist in den vergangenen Monaten von gewichtigen Partnern* in einer Pilotphase auf Herz und Nieren getestet worden. Als erstes ist der Standardprozess für stationäre Behandlungsfälle im Spital für den produktiven Betrieb freigegeben worden, eine Anwendung,
die drei Teilprozesse umfasst:

     

  • Behandlungsfall eröffnen; Patienten- und Kostenträger-Identifikation inbegriffen.
  • Behandlungsfall planen und Kosten sichern.
  • Behandlungsinformationen austauschen; Spitaleintritt- und Spitalaustrittsmeldung inbegriffen.
  •  

Mit der offiziellen Bereitstellung des «SHIP standard», Version 1.0, sind nun auch alle weiteren Spitäler, Krankenversicherungen und Kantone eingeladen, ihre Teilnahme am produktiven SHIP-Betrieb zusammen mit ihren Software-Partnern zu planen und vorzubereiten. (SST)

 

* SASIS AG, ein Unternehmen der santésuisse-Gruppe, hat als Datenlogistiker aktiv an der Entwicklung des Branchenstandards «SHIP» mitgewirkt, in enger Zusammenarbeit mit den folgenden Pilotpartnern:

Spitäler: Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Hirslanden-Gruppe, Insel-Gruppe, Solothurner Spitäler, Universitätsspital Zürich

Versicherer: Assura, Groupe Mutuel, Helsana, Visana Kantonale Verwaltungen: Kanton Luzern, Kanton St. Gallen

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