Unsorgfältig und falsch

infosantésuisse-Artikel


09.04.2018

Kantonale Einheitskassen – Falschaussagen im K-Tipp

Unsorgfältig und falsch

Es passiert immer wieder, dass in der Gesundheitspolitik Äpfel und Birnen miteinander verglichen werden. Wenn zum Vergleich aber Äpfel und Salatköpfe herhalten müssen, wird es unseriös. So geschehen im K-Tipp vom 16. Januar 2018, wo den Lesern mit falschen Zahlen die kantonale Einheitskasse schmackhaft gemacht werden sollte.

Unter dem Titel «Initiative zum Kostensparen» bricht die K-Tipp-Redaktion eine Lanze zugunsten der Volksinitiative «für die Organisationsfreiheit der Kantone». Dagegen ist nichts einzuwenden. Allerdings nur, solange die Fakten stimmen, die den geneigten K-Tipp-Lesern als Grundlage zur persönlichen Meinungsbildung serviert werden. Nur, das tun sie nicht.
So wird den Leserinnen und Lesern unter anderem weisgemacht, die Krankenversicherungsprämien seien seit Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) mit 137 Prozent weit stärker gestiegen, als die effektiven Kosten für die Grundversicherung (plus 107 Prozent). Geld, das in die Kassen der Versicherer geflossen sei, um unanständig hohe Makler-Abschlussprovisionen zu bezahlen, unnötig hohe Reserven anzuhäufen und 52 überdimensionierte Verwaltungsapparate zu finanzieren. Dumm nur, dass der K-Tipp für seine Berechnungen die Gesamtausgaben im Gesundheitswesen (rund 78 Milliarden Franken) mit denjenigen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) vermischt (knapp 32 Milliarden Franken). Dazwischen liegt eine Differenz von gut und gerne 46 Milliarden. Kein Klacks. Fakt ist denn auch, dass die Prämien der Grundversicherung seit 1996 mit 158 Prozent den Kosten der Grundversicherung gefolgt sind (152 Prozent). Seriöse Information sieht anders aus. (SST)

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