Verfeinerter Risikoausgleich bedingt Individualdaten

infosantésuisse-Artikel


01.06.2018

Medikamentenpauschalen in Freiburger Pflegeheimen

Verfeinerter Risikoausgleich bedingt Individualdaten

Für einigen medialen Aufruhr hat die Meldung gesorgt, wonach die Medikamentenkosten in den Alters- und Pflegeheimen des Kantons Freiburg künftig nicht mehr wie bis anhin pauschal vergütet werden dürfen. Das «Freiburger-Modell» – seit 2002 wird pro Heimbewohner pro Tag eine Medikamentenpauschale abgerechnet – ist zwar bewährt und kostensparend, genügt jedoch nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen.
Der Grund: Die am 1. Januar 2018 in Kraft getretene Verordnung über den Risikoausgleich (VORA) verlangt von den Krankenversicherern effektive Kostendaten pro Patient, also auch betreffend deren Medikamentenbezug. Diese Individualdaten dienen der «Gemeinsamen Einrichtung KVG» zur Berechnung des Risikoausgleichs. Für die Korrektheit der gelieferten Daten sind die Krankenversicherer verantwortlich. Das Verrechnen von Pauschalbeträgen, wie dies seit 2002 in den Alters- und Pflegeheimen des Kantons Freiburg praktiziert wurde, entspricht nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen und wird von den Krankenversicherern somit zu Recht beanstandet. Die Verhandlungen zwischen dem Kanton Freiburg und den Einkaufsgemeinschaften der Krankenversicherer (CSS, HSK und tarifsuisse ag) für eine gesetzeskonforme Lösung sind am 30. April 2018 definitiv gescheitert. Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Freiburger Pflegeheime wird die Systemumstellung keine Konsequenzen haben. (SST)

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