Communiqué


19.06.2024

Jahreskongress santésuisse 2024 in Bern

Griffige Reformen statt populistische Ideen

Am Jahreskongress 2024 von santésuisse haben Expertinnen, Parlamentarier und der Politikwissenschaftler Lukas Golder das Resultat der Gesundheitsvorlagen vom 9. Juni 2024 analysiert und Lösungsvorschläge skizziert. Für santésuisse ist klar: Nur mit griffigen Reformen kann der Kostenanstieg gedämpft werden – zum Wohl der Prämienzahlerinnen und Prämienzahler. 

Zehn Tage nachdem die beiden Gesundheitsvorlagen vom Schweizer Volk abgelehnt worden sind, hat santésuisse die Ereignisse vom 9. Juni 2024 aufgearbeitet – und in die Zukunft geblickt. «Grundsätzlich ist die Bevölkerung mit dem Schweizer Gesundheitswesen zufrieden. Es möchte keine Experimente und am heutigen wettbewerblich gestalteten System festhalten», betonte santésuisse-Präsident Martin Landolt anlässlich des gut besuchten Jahreskongresses 2024 in Bern. Das Kostenwachstum und die damit einhergehenden steigenden Prämien beschäftigen die Bevölkerung aber stark. «Daher sind Reformen wichtiger denn je», ist santésuisse-Direktorin Verena Nold überzeugt. Simple Lösungen gibt es nicht, santésuisse wird in der aktuellen Legislatur aber folgende Reformen zum Wohle der Prämienzahlerinnen und Prämienzahler vorantreiben:

  • Die Vergütung von Behandlungen muss an verbindliche Qualitätskriterien geknüpft werden.
  • Die Versorgungsplanung für Spitäler und Leistungserbringer muss nationalen Kriterien folgen.
  • Die Mehrfachrollen der Kantone sollen entflochten werden.
  • Künftig soll es möglich sein, Medizinalprodukte und einfache Medikamente, die im Ausland günstig eingekauft werden, von der Krankenversicherung vergüten zu lassen.
  • Die Grundversicherung darf nicht mehr weiter ausgebaut werden. Leistungen müssen konsequent mittels evidenzbasierter Verfahren geprüft werden.
  • Die Bürokratie soll dank konsequenter Digitalisierung vermindert werden.

Ambulante Pauschalen als Beispiel: Gesundheitswesen braucht tragfähige Lösung

Damit das Gesundheitswesen der Schweiz fit und für die Zukunft bezahlbar bleibt, sind alle Akteure der Branche gefordert. «Es hilft nicht, wenn Verbände und Tarifpartner einfach nur die Politik kritisieren. Stattdessen müssen auch sie selbst ihren Beitrag leisten», betonte Martin Landolt. Als Beispiel nannte er den neuen ambulanten Arzttarif. Als führende Branchenorganisation macht sich santésuisse im Sinne der Versicherten für ein kohärentes Gesamtsystem bestehend aus Pauschalen und einem Einzelleistungstarif stark. 

Einig waren sich die Teilnehmenden auf der Jahreskongress-Bühne: Das Abstimmungswochenende vom 9. Juni hat wieder Schwung in die Diskussionen um Veränderungen im Gesundheitswesen gebracht. Politikwissenschaftler Lukas Golder skizzierte, wie dieser Schwung in den kommenden Monaten im Sinne der Prämienzahler genutzt werden könnte. Als wichtigste politische Dossiers ging er näher auf die geplante Einführung der Einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (EFAS) sowie auf eine mögliche Abstimmung zum Thema Einheitskasse ein. 

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santésuisse ist der Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer. santésuisse setzt sich für ein freiheitliches, soziales und finanzierbares Gesundheitssystem ein, das sich durch einen effizienten Mitteleinsatz und qualitativ gute medizinische Leistungen zu fairen Preisen auszeichnet.