Positionen


15.12.2021

Positionspapier

Kostendämpfungspaket 2: Effekt auf Kostenwachstum ist gering

  • Erstanlaufstelle: Die freie Arztwahl und die Wahl des bevorzugten Versicherungsmodells sollen auch in Zukunft möglich sein. Modelle mit eingeschränkter Wahl des Leistungserbringers sind schon heute ein Erfolgsmodell für 70 Prozent der Versicherten. Diese Modelle gilt es zu stärken, so dass sie noch stärkere Verbreitung finden. Im vorliegenden Bundesrats-Modell würden Pauschalbeträge ohne jeden medizinischen Gegenwert bezahlt. Demgegenüber würden die innovativen Versicherungsmodelle durch die starren Vorgaben in der Vorlage unterwandert. Durch die rigide Definition der Erstberatungsstelle und die umfassenden Kompetenzen für Bund und Kantone würden die heute erfolgreichen alternativen Versicherungsmodelle ausgebremst und durch hohen bürokratischen Aufwand ersetzt. Zielführend wäre es, die Versicherungsmodelle mit eingeschränktem Leistungsspektrum künftig zum Standard zu erklären. Jeder Versicherer würde ein Gatekeeping-Modell anbieten, welches eine Erstberatungsstelle standardmässig festlegt. Die freie Arztwahl als heutiges Standardmodell würde gegen einen Aufpreis weiterhin zur Verfügung stehen. Damit würde das wettbewerblich organisierte Gesundheitswesen gestärkt und die Wahlmöglichkeit für die Versicherten beibehalten.
  • Einführung von geheimen Rabatten bei Medikamenten: Die Transparenz bei den Medikamentenpreisen ist zu gewährleisten und soll nicht für kurzfristige Einsparmöglichkeiten geopfert werden. Mittel- bis langfristig wäre mit steigenden Kosten zu rechnen, was dem Ziel der Vorlage entgegenläuft. Die Einführung von geheimen Rabatten bei Preisverhandlungen ist daher der falsche Weg. Alternativ soll vor allem bei teuren Therapien die Möglichkeit einer Pay for performance-Vergütung gestärkt werden.
  • Förderung der koordinierten Versorgung im Rahmen von Netzwerken: Netzwerke zur koordinierten Versorgung als neu eigenständige Leistungserbringer werden begrüsst. Die Effizienz kann in Netzwerken erhöht und die Gefahr von Doppel- und Mehrfachbehandlungen eingegrenzt sein. Um Mengenausweitungen oder Exzesse zu verhindern, sind zwingend Vertragslösungen mit den Krankenversicherern vorzusehen. Wie bei Erstkontaktstellen ist auch hier unbedingt davon abzusehen, dass zwingend Beträge an die Netzwerke fliessen, ohne dass medizinische Leistungen erbracht werden.
  • Die Massnahmen «Referenztarife für eine schweizweit freie Spitalwahl» und die «elektronische Rechnungsübermittlung» unterstützt santésuisse.

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santésuisse ist der Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer. santésuisse setzt sich für ein freiheitliches, soziales und finanzierbares Gesundheitssystem ein, das sich durch einen effizienten Mitteleinsatz und qualitativ gute medizinische Leistungen zu fairen Preisen auszeichnet.