Communiqué


01.03.2024

Mehr Versicherte, mehr Umsatz

Spitalzusatzversicherungen erfreuen sich steigender Beliebtheit

Eine Studie im Auftrag von santésuisse zeigt: Die Zahl der Versicherten, die auf eine Spitalzusatzversicherung setzen, ist in den letzten 20 Jahren von rund 13 Prozent auf über 20 Prozent gestiegen. Der Anteil an neuen Versicherungsmodellen nimmt dabei zu. Immer mehr Versicherte entscheiden sich für sogenannte Flex-Modelle, die ein situatives Upgrade erlauben.

Wer sich vor 30 Jahren für eine Spitalzusatzversicherung entschied, konnte zwischen «Halbprivat» und «Privat» wählen. Seit den Nullerjahren wird dieses Angebot deutlich ausgebaut. Vor allem die sogenannten Flex-Angebote, die ein situatives Upgrade im Spital erlauben, sind immer beliebter, wie eine neue Studie des Beratungsbüros BBS Volkswirtschaftliche Beratung AG im Auftrag von santésuisse zeigt. Die Entwicklung ist erfreulich: 2004 verfügten lediglich rund 13 Prozent der Schweizer Bevölkerung über eine Spitalzusatzversicherung, heute sind es mehr als 20 Prozent. Dabei sind auch die Umsätze leicht gestiegen. Gemäss dem Versicherer-Report der Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma beliefen sich die Bruttoprämien bei den Spitalzusatzversicherungen 2012 auf 3,56 Milliarden Franken, zehn Jahre später waren es 3,82 Milliarden. Dieses Wachstum steht in keinem Verhältnis zu den stark ansteigenden Prämien in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, aber es zeigt, dass der privaten Zusatzversicherung gerade für stationäre Spitalleistungen eine grosse Bedeutung zukommt.

Flexible Lösungen im Aufwind

Diese Zahlen belegen: Zahlreiche Versicherte schätzen den Mehrwert von Zusatzversicherungsangeboten gegenüber der Grundversicherung und nutzen diese entsprechend intensiv. Besonders Angebote mit Wahloptionen, d. h. der Möglichkeit, vor Spitaleintritt von Fall zu Fall die Abteilung wählen zu dürfen, sind populär. Weitere Mehrleistungen, die von den Versicherten geschätzt sind, stellen die freie Arztwahl, eine schnellere terminliche Verfügbarkeit oder eine Übernachtung im Spital nach einem ambulanten Eingriff dar.

Potenzial sieht die Studie bei Zusatzversicherungsangeboten, mit denen das Fallmanagement über die Systemgrenzen hinweg optimiert werden könnte, was Innovationen entlang des gesamten Behandlungspfades ermöglicht. Ein solches Angebot würde typischerweise eine Kooperation zwischen stationären und ambulanten Leistungserbringern sowie Versicherern umfassen. Damit könnten die Qualität sowie die Koordination verbessert und überflüssige Eingriffe vermindert werden. Zudem hätte eine engere Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern und Versicherern auch einen Innovationsschub zur Folge.

Innovation statt mehr Regulierung

Dieser Innovationsschub im Zusatzversicherungsbereich würde gemäss den Studienautoren aber bedingen, dass die Finma ihre Aufsichtstätigkeit flexibler wahrnimmt. Ihr Auftrag ist es, Konsumenten vor den Folgen zu tiefer bzw. zu hoher Prämien zu schützen. Allerdings geht die Regulierungstiefe im Bereich der Krankenversicherung deutlich zu weit. Im Gegensatz etwa zur Bankenaufsicht reicht sie bis auf die Ebene einzelner Produkte. Dies ist nicht nur hinderlich für innovative Angebote, sondern stellt für neue Bewerber auch eine grosse Hürde für den Markteintritt dar. Es ist wichtig, dass neben der stark regulierten obligatorischen Krankenversicherung eine weniger stark regulierte private Zusatzversicherung angeboten werden kann, deren Produkte möglichst frei entwickelt werden können. Über deren Erfolg entscheiden letztlich allein die Versicherten.

Zur Studie: Bedeutung von Spitalzusatzversicherungen in der Schweiz

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